Sevorane®

Wirkstoff
Darreichungsform
Flüssigkeit zur Herstellung eines Dampfes zur Inhalation
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Zur Einleitung und Aufrechterhaltung einer Inhalationsnarkose bei Erwachsenen und Kindern im ambulanten und stationären Bereich.

Dosierung

Einleitung: Maskeneinleitung mit reinem Sauerstoff oder mit Sauerstoff-Lachgas-Gemischen: in der Regel inspiratorische Konzentrationen von bis zu 8 Vol.-% Sevorane.

Aufrechterhaltung: durchschnittliche inspiratorische Sevorane-Konzentrationen von 0,5 bis 3 Vol.-% in reinem Sauerstoff oder in Sauerstoff-Lachgas-Gemischen. Tabelle zur Altersabhängigkeit der Sevorane-Konzentrationen siehe Fachinformation.

Art der Anwendung: nur mit konventionellen, speziell für Sevorane kalibrierten Verdampfern verabreichen.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Maligne Hyperthermie (aus der Vorgeschichte bekannt oder mit bekannter oder vermuteter genetischer Disposition); Überempfindlichkeitsreaktion gegen den Wirkstoff Sevofluran oder ein anderes halogeniertes Inhalationsanästhetikum (aus der Vorgeschichte bekannt); Patienten für die Allgemeinanästhesie kontraindiziert ist.

Anwendungsbeschränkungen

Besondere Vorsicht ist bei der Dosisfindung für hypovolämische, hypotonische, geschwächte oder in anderer Weise hämodynamisch beeinträchtigte Patienten. Vorsicht bei neurochirurgischen Patienten; erhöhtem Risiko eines intrakraniellen Druckanstieges; koronarer Herzkrankheit; mitochondriale Erkrankungen; Anfälligkeit für QT-Verlängerung (einschließlich Torsade de pointes); eingeschränkter Nierenfunktion (Serum-Kreatinin ≥ 1,5 mg/dl bzw. 135 μmol/l). Klinische Bewertung bei vorbestehender Lebererkrankung; Risiko für das Auftreten eines Krampfanfalls. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Warnhinweis

Dosisabhängige Blutdrucksenkung und Atemdepression. Auslösen von akuter hepatischer Porphyrie. In Einzelfällen: ventrikuläre Herzrhythmusstörungen bei pädiatrischen Patienten mit Morbus Pompe. Sehr selten: postoperative Leberfunktionsstörungen/Hepatitis. Bei genetischer Disposition: maligne Hyperthermie, auch mit tödlichem Verlauf. In seltenen Fällen Anstieg der Serum-Kaliumspiegel, der zu Herzrhythmusstörungen und zum Tod pädiatrischen Patienten führt. Patienten mit latenten oder offenkundigen neuromuskulären Erkrankungen, insbesondere mit Duchenne-Muskeldystrophie, scheinen am gefährdetsten zu sein. Nur in entsprechenden Räumlichkeiten mit technischer Ausrüstung u. a. zur künstlichen Beatmung und sofortigen Herz-Kreislauf-Wiederbelebung anwenden. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Hinweis

Reaktionsvermögen! (N) Zum Schutz vor umgebenden Lewis-Säuren werden Sevorane 300-1000 ppm Wasser als Stabilisator zugesetzt.

(N) Narkosemittel: Nach einer Narkose mit diesem Arzneimittel darf der Patient nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen oder eine Maschine bedienen, über den Zeitfaktor hat der Arzt individuell zu entscheiden. Der Patient sollte sich nur in Begleitung nach Hause begeben und keinen Alkohol zu sich nehmen.

Wechselwirkungen

Alpha- und Betasympathomimetika, Betasympathomimetika: ventrikuläre Arrhythmie. Indirekt wirkende Sympathomimetika: akute Blutdrucksteigerung. Betarezeptorenblocker: verstärkte negativ inotrope, chronotrope und dromotrope Wirkung durch Blockade der kardiovaskulären Kompensationsreaktion. Verapamil: Beeinträchtigungen der AV-Überleitung. Johanniskraut-Langzeitbehandlung: schwere Hypotonie und ein verzögertes Aufwachen. Nicht-depolarisierende Muskelrelaxantien: neuromuskuläre Blockade verstärkt. Succinylcholin: WW mit Sevorane nicht untersucht; WW von Succinylcholin mit anderen Inhalationsanästhetika: seltene Zunahme der Serumkaliumspiegel, die Herzrhythmusstörungen und Tod bei pädiatrischen Patienten zur Folge hatte. Opioide/Benzodiazepine/Lachgas: verstärkte anästhetische Wirkung. Opioide: synergistischer Abfall von Herzfrequenz, Blutdruck und Atemfrequenz. CYP2E1-Induktoren: steigern Verstoffwechslung von Sevorane. MAO-Hemmer: zwei Wochen vor OP absetzen. Isoniazid: Risiko einer Potenzierung der hepatotoxischen Wirkung von Isoniazid- Metaboliten. Calciumantagonisten: Hypotonie; Risiko für einen additiven negativ inotropen Effekt.

Schwangerschaft

Anwendung nur, wenn unbedingt erforderlich. Gr 5. Die Sicherheit von Sevorane für Mutter und Kind wurde in einer klinischen Studie bei Kaiserschnittgeburten gezeigt. Relaxiert die Uterusmuskulatur; mögliches Risiko für Blutungen der Gebärmutter. Reproduktionstoxisch in Tierstudien.

Gr 5 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

Stillzeit

Vorsicht, falls es verabreicht wird. La 1.

La 1 Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Agitiertheit; Bradykardie; Hypotonie; Husten; Übelkeit, Erbrechen. Häufig: Somnolenz, Schwindel, Kopfschmerzen; Tachykardie; Hypertonie; respiratorische Beschwerden, Laryngospasmus; übermäßiger Speichelfluss; Frösteln, Fieber; Veränderung des Blutglucosespiegels / von Leberfunktionstests / der Leukozytenzahl, Fluoridspiegel erhöht; Hypothermie. Gelegentlich: Vollständiger AV-Block. Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen, anaphylaxieähnliche Reaktionen, Überempfindlichkeit; krampfhafte Muskelzuckungen, Dystonie; Herzstillstand mit Torsades assoziierte QT-Verlängerung; Bronchospasmus, Dyspnoe, keuchende Atemgeräusche; Hepatitis, Leberversagen, Lebernekrosen; Kontaktdermatitis, Pruritus, Hautausschlag, Gesichtsschwellungen, Urtikaria; Beschwerden in der Brust, maligne Hyperthermie.

Intoxikation

Therapie: Atemwege offenhalten; assistierte oder kontrollierte Beatmung mit reinem Sauerstoff bei Kontrolle und ggf. Unterstützung der kardiovaskulären Funktionen.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
250 ml Quickfill Pen 01974365
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
Bitte loggen Sie sich mit Ihrem DocCheck Zugang ein.
250 ml Drehverschluss Pen 10254428