AGGRASTAT® 50 Mikrogramm/ml Infusionslösung

Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Prävention eines drohenden Myokardinfarkts bei erwachsenen Patienten mit NSTE-ACS, bei denen die letzte Episode von Brustschmerzen während der letzten 12 h auftrat und EKG-Veränderungen und/oder erhöhte Myokardenzyme vorliegen. Bei Patienten, die hoch gefährdet sind, innerhalb 3-4 Tage nach Auftreten akuter Angina pectoris Symptome einen Myokardinfarkt zu entwickeln, einschließlich Patienten, bei denen eine frühe PCI wahrscheinlich ist. Reduktion von schweren kardiovaskulären Ereignissen mit akutem Myokardinfarkt, sofern eine primäre PCI vorgesehen ist. Zusammen mit ASS und unfraktioniertem Heparin anwenden.

Dosierung

Ausschließlich für die Anwendung im Krankenhaus durch Ärzte, mit ausreichend Erfahrung in der Behandlung akuter Koronarsyndrome. Frühinvasive Strategie bei NSTE-ACS, wenn innerhalb der nächsten 4-48 h nach Diagnose keine Angiographie vorgesehen ist: 0,4 µg/kg/min als i. v. Initialdosis für 30 min. Anschließend Erhaltungsinfusion 0,1 µg/kg/min. Patienten mit NSTE-ACS, die 4 h nach Diagnose PCI erhalten sollen, wie auch bei akutem Myokardinfarkt sofern primäre PCI vorgesehen ist: 25 µg/kg über 3 min. als i. v. Initialbolus. Anschließend Erhaltungsinfusion 0,15 µg/kg/min über 12-24, bis zu 48 h. Gleichzeitige Behandlung mit unfraktioniertem Heparin (i. d. R. 50-60 IE/kg i. v. Bolus dann ca. 1.000 IE/h titriert anhand aPTT, welche ca. das 2fache des Normalwertes betragen sollte) und orale TAH, wenn nicht kontraindiziert. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Thrombozytopenie bei früherer GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonist-Anwendung. Anamnestisch bekannter Schlaganfall (innerhalb der letzten 30 Tage oder hämorrhagischer Schlaganfall); anamnestisch bekannte intrakranielle Erkrankung (Neoplasma, arteriovenöse Malformation, Aneurysma); klinisch relevante Blutung z. B. gastrointestinale Blutung (aktiv oder kürzlich [30 Tage] zurückliegend); maligne Hypertonie; Trauma/großer operativer Eingriff innerhalb der letzten 6 Wochen; Thrombozytopenie (<100.000/mm³), Plättchenfunktionsstörungen; Gerinnungsstörungen (Prothrombinzeit >1,3fache der Norm oder INR >1,5); schwere Leberinsuffizienz.

Anwendungsbeschränkungen

Kinder und Jugendliche, Thrombozytopenie in der Anamnese, traumatische oder verlängerte kardiopulmonale Wiederbelebung, Organbiopsie oder Lithotripsie innerhalb der letzten 2 Wochen, schweres Trauma oder größerer operativer Eingriff vor >6 Wochen, aber <3 Monaten, aktives peptisches Ulkus innerhalb der letzten 3 Monate, unkontrollierte Hypertonie (>180/110 mmHg), akute Perikarditis, aktive oder anamnestisch bekannte Vaskulitis, Verdacht auf Aortendissektion, hämorrhagische Retinopathie, okkultes Blut im Stuhl oder Hämaturie, Thrombolyse-Therapie, gleichzeitige Anwendung mit Arzneimitteln, die relevant das Blutungsrisiko erhöhen, Vorsicht bei: Klinisch relevanten Blutungen in der Anamnese (<1 Jahr), Punktionen (Gefäße, Epiduralraum), Herzinsuffizienz (akut oder chronisch), kardiogenem Schock, Leberinsuffizienz (gering bis mäßig), Thrombozyten <150.000/m³, Koagulopathie in der Anamnese/Thrombozytenfunktionsstörung, Thrombozytopenie, Hämoglobin-Konzentration <11 g/dl bzw. Hämatokrit <34%, ältere und/oder weibliche Patienten und Patienten mit niedrigem Körpergewicht: Häufiger Blutungskomplikationen (Wirkung von Heparin überwachen); eingeschränkte Nierenfunktion: Blutungsrisiko erhöht, schwere Niereninsuffizienz: Dosisreduktion, Erhöhung der Blutungsraten: Nur Vorderwand der Femoralarterie punktieren, Behandlungs- und Pflegeanweisungen beachten, Laborwerte überwachen, besondere Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von Ticlopidin, Clopidogrel, Adenosin, Dipyridamol, Sulfinpyrazon und Prostacyclin; erhöhtes Blutungsrisiko in Kombination mit Enoxaparin nicht ausgeschlossen (besonders im Rahmen einer Angiographie und/oder perkutanen koronaren Intervention bei zusätzlicher Gabe von unfraktioniertem Heparin).

Warnhinweis

Enthält etwa 917 mg Natrium pro Beutel. Infusion sofort beenden, wenn thrombolytische Therapie wegen starker oder unkontrollierter Blutungen erforderlich (inklusive akuten Verschlusses während PCI) oder notfallmäßige Versorgung mittels Bypass Operation oder Notwendigkeit einer intraaortalen Ballonpumpe. Anwendung allein, ohne unfraktioniertes Heparin, nicht empfohlen. Auftreten evtl. Blutungen überwachen, bei erforderlicher Behandlung: Therapieabbruch erwägen. Sofortiger Therapieabbruch bei starken oder unkontrollierbaren Blutungen.
Z 35 Natriumverbindungen
Parenterale und orale Anwendung ≥1 mmol/Dosis: Der Natriumgehalt ist zu berücksichtigen bei Patienten unter Natrium-kontrollierter (natriumarmer/kochsalzarmer) Diät.

Wechselwirkungen

Mehrere Thrombozytenaggregationshemmer (TAH) auch in Kombination mit Heparin, Warfarin und Thrombolytika: Erhöhtes Blutungsrisiko; Gleichzeitige Anwendung von Aggrastat mit ASS: Hemmung der Plättchenaggregation; Gleichzeitige Anwendung von Aggrastat und unfraktioniertem Heparin: Verlängerung der Blutungszeit; Gleichzeitige Anwendung von Warfarin und Aggrastat und Heparin: Erhöhtes Blutungsrisiko; Gleichzeitige Thrombolyse-Therapie (Mindestabstand von 48 h empfohlen), Kombination mit Arzneimitteln, die das Blutungsrisiko relevant erhöhen (z.B. orale Antikoagulanzien, andere parenterale GPIIb/IIIa-Rezeptorantagonisten, Dextranlösungen): Erhöhtes Blutungsrisiko vermutet.

Schwangerschaft

Gr 5. Anwendung nicht empfohlen, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich.
Gr 5 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

Stillzeit

La 1. Nutzen des Stillens für das Kind und Nutzen der Therapie für die Frau abwägen.
La 1 Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Kopfschmerz, Hämatom, Übelkeit, Ekchymose, post-operative Blutung (hauptsächlich an Katheterschleuse), okkultes Blut im Urin und Fäzes. Häufig: Hämoptyse, Epistaxis, Blutungen (Zahnfleisch, im Mundraum, an der Punktionsstelle), Hämaturie, Fieber, Hämatokrit-/Hämoglobin-Abnahme, Thrombozytenzahl <90.000/mm³. Gelegentlich: Gastrointestinale Blutung, Hämatemese, Thrombozytenzahl <50.000/mm³. Nicht bekannt: Akuter und/oder schwerer Abfall der Thrombozytenzahl (<20.000/mm³), schwere allergische Reaktion (z. B. Bronchospasmus, Urtikaria), einschließlich anaphylaktische Reaktion, Blutungen (intrakraniell, alveolar, retroperitoneal), spinal-epidurales Hämatom, Perikarderguss.

Lagerungshinweise

Nicht einfrieren. Vor Licht schützen.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
250 ml N1 01429225
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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