KALINOR®-retard P 600 mg Hartkapseln, retardiert

Firma
Wirkstoff
Darreichungsform
Hartkapsel, retardiert
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

apothekenpflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Behandlung von Kaliummangelzuständen. Vorbeugende Anwendung bei harntreibenden Mitteln (Diuretika), die zu einer vermehrten Kaliumausscheidung (Kaliurese) führen.

Dosierung

Zur Prophylaxe: Mit 3-mal 1 Hartkapsel, retardiert täglich beginnen, danach im Allgemeinen 2-3 Hartkapseln, retardiert (16-24 mmol K+) täglich. Danach Dosis an individuellen Bedarf anpassen. Zur Therapie: Mit 3-mal 2 Hartkapseln, retardiert täglich beginnen, danach je nach Bedarf 5-12 Hartkapseln (40-96 mmol K+) täglich. Danach Dosis an individuellen Bedarf anpassen. Eine Tagesdosis von mehr als 2 Hartkapseln, retardiert sollte auf 2 oder mehr Einzeldosen verteilt werden (z. B. morgens, mittags, abends). Die Hartkapseln, retardiert sind zu den Mahlzeiten unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit (mindestens 1 Wasserglas) einzunehmen.

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Das Präparat darf nicht angewendet werden bei Krankheiten, die häufig mit einer Hyperkaliämie verbunden sind: Dehydratation, eingeschränkte exkretorische Nierenfunktion, Morbus Addison, Adynamia episodica hereditaria, Sichelzellanämie, Stoffwechselentgleisungen in den sauren Bereich, z.B. diabetische Azidose sowie bei erhöhten Serumkaliumspiegeln aufgrund von Kaliumverschiebungen vom intrazellulären in den extrazellulären Raum. Bei Beeinträchtigung der Speiseröhren- bzw. der Magen-Darm-Passage muss die Verordnung fester Kaliumchlorid-Präparate sorgfältig abgewogen werden.

Anwendungsbeschränkungen

Bei Beeinträchtigung der Speiseröhren- bzw. der Magen-Darm-Passage muss die Verordnung fester Kaliumchlorid-Präparate sorgfältig abgewogen werden. Bei Verengung in Speiseröhre, Magen oder Darm z. B. kann ein flüssig einzunehmendes Kaliumpräparat (z. B. als Brausetablette) günstiger sein. Vor der Anwendung sind der Zustand des Mineralstoff- und Säure-Basen-Haushalts (Elektrolyt- und Säure-Basen-Status), der Herzrhythmus und besonders bei älteren Patienten die Nierenfunktion zu überprüfen. Diese Werte während der Behandlung zunächst in kürzeren, später in längeren Abständen überwachen. Nicht für die Anwendung bei Kindern vorgesehen.

Warnhinweis

Vorsicht ist geboten bei bei gleichzeitiger Therapie mit Anticholinergika, kaliumsparenden Diuretika, Aldosteronantagonisten, ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern oder potentiell nephrotoxischen Medikamenten (nichtsteroidalen Antiphlogistika u.a.). Durch Interaktion mit diesen letztgenannten Arzneimitteln, durch plötzlich auftretende Azidose, akute Einschränkung der Nierenfunktion oder andere Zustände kann es zu akzidentell auftretender Hyperkaliämie kommen.

Hinweis

Orale Anwendung < 1 mmol/Dosis: Enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro Kapsel, d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

Bei über die Norm erhöhten Serumkaliumspiegeln (Hyperkaliämie) ist die Wirkung von Digitalis herabgesetzt. Bei gleichzeitiger Therapie mit Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmern (ACE-Hemmern, Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern), Aldosteronantagonisten, kaliumsparenden Diuretika oder nichtsteroidalen Antiphlogistika/Analgetika, wie z.B. Indometacin, ist eine besondere Kontrolle der Serum-Kaliumwerte angezeigt, da die genannten Substanzen zu einer Verminderung der Kaliumausscheidung über die Nieren und damit zu einer Hyperkaliämie führen können. Anticholinergika hemmen die Darmmotilität und erhöhen daher bei gleichzeitiger Anwendung das Risiko gastrointestinaler Nebenwirkungen.

Schwangerschaft

Da sowohl hohe als auch niedrige Kalium-Serumspiegel die maternale und fetale Herzfunktion beeinträchtigen, sind die maternalen Serumspiegel genau zu überwachen. Vor der Einnahme Rücksprache mit Arzt oder Apotheker. Hinweise auf schädliche Wirkungen während der Schwangerschaft sind nicht bekannt.

Stillzeit

Vor der Einnahme Rücksprache mit Arzt oder Apotheker. Hinweise auf schädliche Wirkungen in der Stillzeit sind nicht bekannt.

Nebenwirkungen

Gelegentlich: Sodbrennen, Leibschmerzen, Durchfall, Aufstoßen, Übelkeit/ Erbrechen, Blähungen Selten: Allergische Reaktionen, wie z.B.: Ekzem, Juckreiz, Hautausschlag. In diesem Fall ist das Präparat abzusetzen; Hyperkaliämie Sehr selten: Überhöhte Zufuhrraten von Kalium können zu Herzrhythmusstörungen führen.

Intoxikation

Bedrohliche Überhöhung der Blut-Kaliumkonzentration ist nur bei erheblicher Überdosierung zu erwarten. In diesem Fall sollte unbedingt unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden, da stark überhöhte Blut-Kaliumkonzentrationen die normale Funktion des Herzens beeinträchtigen. Bestimmung der Blut-Kaliumkonzentration und/oder mittels EKG Überprüfung des Herzrhythmus. Ggf. Maßnahmen zur Normalisierung der Herzfunktion und der Blut-Kaliumkonzentration. Bei nur leicht überhöhter Blut-Kaliumkonzentration kann durch die normale Ausscheidung von Kalium über die Nieren auch ohne weitere Behandlung eine Normalisierung eintreten.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP KAEP
20 Hartkps., ret. N1 02758209
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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50 Hartkps., ret. N2 02758215
100 Hartkps., ret. N3 02758221
500 (10×50) Hartkps., ret. KP 02758238