Jinarc® 15 mg/-30 mg/-45 mg/-60 mg/-90 mg Tabletten

Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Verlangsamung der Progression von Zystenentwicklung und Niereninsuffizienz bei autosomal-dominanter polyzystischer Nierenerkrankung (ADPKD) bei Erwachsenen mit chronischer Nierenerkrankung (CKD) im Stadium 1-4 zu Behandlungsbeginn mit Anzeichen für rasch fortschreitende Erkrankung.

Dosierung

Behandlung unter ärztlicher Aufsicht einleiten und überwachen! Ärztliche Erfahrung mit Behandlung von ADPKD (Risiken, einschl. Überwachung auf Hepatoxizität) erforderlich! Einnahme unzerkaut mit Wasser, kein Grapefruitsaft! Dosisaufteilung 2-mal täglich: 45 mg + 15 mg oder 60 mg + 30 mg oder 90 mg + 30 mg. Tagesgesamtdosis: 60 mg oder 90 mg oder 120 mg. Dosistitration: Eingangsdosis von 60 mg/Tag, (45 mg vor Frühstück und 15 mg 8 h später). Auftitrierung auf 90 mg (60 mg + 30 mg)/Tag anschließend auf Zieldosierung von 120 mg (90 mg + 30 mg)/Tag. Mindestens wöchentliche Intervalle zwischen der Aufdosierung. Vorsichtige Dosisititration erforderlich. Abdosierung je nach Verträglichkeit möglich. Die Patienten müssen auf Dauer die höchste verträgliche Dosis erhalten; Patienten, die starke/mittelstarke CYP3A-Hemmer einnehmen: Dosisanpassung erforderlich. Weitere Informationen siehe Fachinformation!

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Benzazepin oder Benzazepin-Derivate; erhöhte Leberenzyme und/oder Anzeichen oder Symptome von Leberschäden vor der Einleitung der Behandlung, welche die Kriterien für ein dauerhaftes Absetzen von Tolvaptan erfüllen; Anurie, Volumendepletion, Hypernatriämie, Patienten, die keinen Durst empfinden oder nicht auf Durstgefühl reagieren können; Schwangerschaft, Stillzeit.

Anwendungsbeschränkungen

Patienten mit CKD im späten Stadium 4 (eGFR < 25 ml/min/1,73 m²): begrenzte Daten verfügbar. Patienten mit fortschreitender Niereninsuffizienz und im CKD-Stadium 5: Behandlung aussetzen. Patienten mit stark verringerter Nierenfunktion (eGFR <20): sorgfältige Überwachung auf Hepatotoxizität. Patienten mit schwerer Leberfunktionseinschränkung: sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung und regelmäßige Überwachung der Leberfunktionswerte. Partielle Harnausflussbehinderung (Prostatahypertrophie, Miktionsstörungen), Diabetiker, insbes. Patienten mit unzureichend eingestelltem Diabetes Typ II. Kinder/Jugendliche: Sicherheit und Wirksamkeit bisher noch nicht erwiesen. Patienten >55 Jahre: begrenzte Daten verfügbar.
Z 30 Lactose
Orale Anwendung: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Warnhinweis

Idiosynkratische Hepatotoxizität (erhöhte ALT- und AST-Werte, selten gleichzeitiger Anstieg des Gesamtbilirubin-Werts [BT]). Nach Markteinführung Berichte von akutem Leberversagen mit anschließend erforderlicher Lebertransplantation. Sicherheitsvorschriften einhalten: (siehe Fachinfo)! Bluttests zur Bestimmung der hepatischen Transaminase- und Bilirubinwerte (vor Behandlungsbeginn, monatlich in den ersten 18 Mon., anschließend regelmäßig alle 3 Mon.), Symptome evtl. Leberschädigungen beachten: Ermüdung, Anorexie, Übelkeit, Beschwerden im rechten Oberbauch, Erbrechen, Fieber, Ausschlag, Pruritus, dunkler Urin oder Ikterus. Bei Verdacht auf Leberschädigung Tolvaptan sofort absetzen, Therapieabbruch bei anhaltend erhöhten oder steigenden Transaminasewerten; Zugang zu Wasser: Patienten müssen Zugang zu Wasser haben und in der Lage sein, in ausreichenden Menge zu trinken, um übermäßige Dehydrierung zu vermeiden; Therapieabbruch, wenn Wasserzufuhr nicht gewährleistet ist. Überwachung des Volumenstatus des Patienten, Überwachung des Körpergewichtes empfohlen; Harnabgang sicherstellen, um eine akute Harnretention zu vermeiden; Überwachung des Serumkreatinin, Flüssigkeits- und Elektrolytstatus bei allen Patienten vor und nach Behandlungsbeginn. Bei Langzeitbehandlung Überwachung der Elektrolyte mindestens alle 3 Mon.; vor Beginn der Behandlung Korrektur von Hyponatriämie oder Hypernatriämie; Anaphylaxie (einschließlich anaphylaktischem Schock und generalisiertem Ausschlag) (sehr selten) nach erster Anwendung, insbes. bei Patienten mit Überempfindlichkeit gg. Benzazepin oder ‐Derivate (z.B. Benazepril, Conivaptan, Fenoldopam-Mesylat oder Mirtazapin): Sorgfältige Überwachung während der Behandlung erforderlich. Bei Anaphylaxie: Abbruch der Behandlung und Einleitung geeigneter Maßnahmen. Diabetes mellitus: Cave: Hyperglykämie durch Tolvaptan. Pseudohyponaträmie (Ausschluss vor Behandlungsbeginn). Erhöhte Harnsäurewerte durch Tolvaptan: Bestimmung der Harnsäure vor Therapiebeginn, danach auf Grundlage von Symptomen; glomeruläre Filtrationsrate (GFR): reversible Reduzierung der GFR durch Tolvaptan möglich; chronische Nierenerkrankung: bei fortschreitender Niereninsuffizienz und CKD-Stadium 5 Therapie aussetzen.

Hinweis

Reaktionsvermögen! Geringer Einfluss auf Verkehrstüchtigkeit und Bedienen von Maschinen. Gelegentlich Schwindelgefühl, Asthenie oder Ermüdung.

Wechselwirkungen

Mittelstarke/starke CYP3A-Hemmer: stark erhöhte Plasmakonzentration bei gleichzeitiger Gabe von mittelstarken CYP3A4-Hemmern: z. B. Amprenavir, Aprepitant, Atazanavir, Ciprofloxacin, Crizotinib, Darunavir/Ritonavir, Diltiazem, Erythromycin, Fluconazol, Fosamprenavir, Imatinib, Verapamil oder starken CYP3A-Hemmern z. B. Itraconazol, Ketoconazol, Ritonavir, Clarithromycin und Grapefruitsaft; Dosisreduktion und besondere Vorsicht bei gleichzeitiger Gabe von mittelstarken bis starken CYP3A-Hemmern, insbes. bei mehr als 1 Gabe/Tag. CYP3A4-Induktoren: verringerte Plasmakonzentration bei gleichzeitiger Anwendung z. B. Rifampicin, Rifabutin, Rifapentin, Phenytoin, Carbamazepin, Johanniskraut. Arzneimittel, die die Natriumkonzentration erhöhen: gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen. Diuretika: gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen. Cave: bei Hinweis auf Dehydratation oder Nierenfunktionsstörung: Ergreifung angemessener Maßnahmen. CYP3A4-Substrate: erhöhte Plasmakonzentration von Lovastatin (evtl. auch andere CYP3A4-Substrate). P-Glykoprotein-Substrate: Transporthemmung durch Tolvaptan, Erhöhung der Plasmakonzentration von z. B. Dabigatran, Digoxin; vorsichtige Behandlung und Untersuchung auf übermäßige Wirkungen erforderlich. OATP1B1-/OAT3-/BCRP- und OCT1-Substrate: Mögliche Transporthemmung durch Tolvaptan oder dessen Oxobutyrat-Metabolite; vorsichtige Behandlung und Überwachung übermäßiger Wirkungen bei gleichzeitiger Verabreichung mit Rosuvastatin, Sulfasalazin (BCRP-Substrate) oder Metformin (OCT1-Substrate) erforderlich. Keine Veränderung der Pharmakokinetik von Rosuvastatin (OATP1B1-Substrat) oder Furosemid (OAT3-Substrat) bei Verabreichung an gesunden Probanden mit erhöhten Plasmakonzentrationen des Oxobuttersäuremetaboliten (Inhibitor von OATP1B1 und OAT3). Bei ADPKD kein Unterschied im Nebenwirkungs-Profil mit OATP1B1- oder OATP1B3-Substraten (Statine wie z.B. Rosuvastatin und Pitavastatin). Vasopressin-Analoga: Abschwächung der Wirkung von z. B. Desmopressin durch Tolvaptan; gleichzeitige Anwendung nicht empfohlen.

Schwangerschaft

Kontraind. Gr 5. Tierexperimentelle Studien zeigten keine Reproduktionstoxizität. Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter, die nicht verhüten, nicht empfohlen.
Gr 5 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

Stillzeit

Kontraind. La 1.
La 1 Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Polydipsie; Kopfschmerz, Schwindelgefühl; Diarrhoe, Mundtrockenheit; Nykturie, Pollakisurie, Polyurie; Ermüdung, Durst. Häufig: Dehydratation, Hypernatriämie, Appetit vermindert, Hyperurikämie, Hyperglykämie, Gicht; Schlaflosigkeit; Dysgeusie, Synkope; Palpitationen; Dyspnoe; Abdominalschmerz, Bauch aufgetrieben, Obstipation, Dyspepsie, gastroösophageale Refluxkrankheit; Leberfunktion anomal; trockene Haut, Ausschlag, Pruritus, Urtikaria; Arthralgie, Muskelspasmen, Myalgie; Asthenie; Alaninaminotransferase erhöht, Aspartataminotransferase erhöht, Gewicht erniedrigt, Gewicht erhöht. Gelegentlich: Bilirubin erhöht. Nicht bekannt: anaphylaktischer Schock, generalisierter Ausschlag; akutes Leberversagen; Kreatinphosphokinase im Blut erhöht.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
7 Tbl. 15 mg 11171785
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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7 Tbl. 30 mg 11171791
56 Tbl. 4×(7×15 mg und 7×45 mg) N2 11160899
56 Tbl. 4×(7×30 mg und 7×60 mg) N2 11160907
56 Tbl. 4×(7×30 mg und 7×90 mg) N2 11160913