Palynziq 2,5 mg/-10 mg/-20 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze

Wirkstoff
Darreichungsform
Injektionslösung
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Original-Biologikum

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Behandlung von Patienten ab dem Alter von 12 Jahren mit Phenylketonurie (PKU), deren Phenylalaninwerte im Blut trotz vorausgegangener Anwendung verfügbarer Behandlungsoptionen nicht ausreichend eingestellt sind (Phenylalaninwerte im Blut von über 600 µmol/l).

Dosierung

Behandlung muss von Ärzten angeleitet werden, die Erfahrung in der Behandlung von PKU haben. Vor Beginn der Behandlung muss der Phenylalaninwert im Blut bestimmt werden. Die Überwachung des Phenylalaninwerts im Blut wird in Abständen von 1 Monat empfohlen. Bis die Erhaltungsdosis festgelegt ist, sollte die Aufnahme von Phenylalanin mit der Nahrung gleichbleibend gehalten werden.

Induktion: Empfohlene Anfangsdosis beträgt 2,5 mg 1mal pro Woche für 4 Wochen.

Titration: Dosis sollte abhängig von der Verträglichkeit allmählich auf die tägliche Erhaltungsdosis gesteigert werden, wobei das Ziel ein Blut-Phenylalaninwert zwischen 120 und 600 µmol/l ist. Empfohlenes Dosierungsschema 2,5 mg 2mal pro Woche für 1 Woche, 10 mg 1mal pro Woche für 1 Woche, 10 mg 2mal pro Woche für 1 Woche, 10 mg 4mal pro Woche für 1 Woche, 10 mg täglich für 1 Woche. Je nach Verträglichkeit für den Patienten kann eine längere Zeit bis zur nächsten Dosiseskalation erforderlich sein.

Erhaltungsdosis: Die Erhaltungsdosis wird individuell so bemessen, dass eine gute Kontrolle des Phenylalaninwerts im Blut des Patienten (d. h. zwischen 120 und 600 µmol/l) erreicht wird, wobei die Verträglichkeit für den jeweiligen Patienten und seine tägliche Protein- und Phenylalaninaufnahme mit der Ernährung zu berücksichtigen sind. Das empfohlene Dosierungsschema beträgt 20 mg täglich über 12 bis 24 Wochen, 40 mg täglich (2 aufeinanderfolgende Injektionen von je 1 Fertigspritze mit 20 mg) für 16 Wochen, 60 mg täglich (3 aufeinanderfolgende Injektionen von je 1 Fertigspritze mit 20 mg) als höchste empfohlene Dosis. Wenn mehrere Injektionen für eine einzelne Dosis gebraucht werden, müssen die Injektionen zur selben Tageszeit erfolgen und die Injektionsstellen mindestens 5 cm voneinander entfernt sein. Dosen dürfen nicht über den Tag verteilt werden. In den Titrations- und Erhaltungsphasen der Behandlung kann es vorkommen, dass der Phenylalanin-Blutwert des Patienten unter 30 µmol/l abfällt. Bei Hypophenylalaninämie muss die Protein- und Phenylalaninaufnahme aus der Nahrung auf geeignete Mengen erhöht werden, anschließend sollte, wenn nötig, die Palynziq-Dosis reduziert werden. Bei Patienten, bei denen trotz ausreichender Proteinaufnahme mit der Nahrung eine Hypophenylalaninämie auftritt, gilt eine Dosisreduktion als wirksamste Gegenmaßnahme. Patienten sollten im Abstand von 2 Wochen überwacht werden, bis die Phenylalaninwerte wieder im klinisch akzeptablen Bereich liegen. Wenn eine Hypophenylalaninämie auftritt, bevor eine tägliche Dosierungsweise erreicht ist, kann die Dosis auf die vorherige Titrationsstufe reduziert werden. Wenn eine Hypophenylalaninämie auftritt, nachdem bereits eine tägliche Dosierungsweise angewendet wird, kann die Dosis in mindestens 10-mg-Schritten reduziert werden, um Phenylalaninwerte im Blut im klinisch akzeptablen Bereich zu erzielen und zu halten. Wenn bei Dosen von 10 mg/Tag eine Hypophenylalaninämie auftritt, kann die Dosis auf 5 mg/Tag reduziert werden.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Schwere systemische Überempfindlichkeitsreaktion oder wiederholtes Auftreten einer leichten bis mittelschweren, akuten systemischen Überempfindlichkeitsreaktion gegen Pegvaliase, einen der sonstigen Bestandteile oder ein anderes PEGyliertes Arzneimittel.

Hinweis

Palynziq hat einen geringen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen. Überempfindlichkeitsreaktionen mit Symptomen wie Schwindelgefühl oder Synkope können die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigen. Um die Rückverfolgbarkeit biologischer Arzneimittel zu verbessern, müssen die Bezeichnung und die Chargenbezeichnung des angewendeten Arzneimittels eindeutig dokumentiert werden.

Schwangerschaft

Es liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen bei Schwangeren vor. In tierexperimentellen Studien zeigte sich eine maternale Reproduktionstoxizität, die mit erniedrigten Phenylalaninkonzentrationen im Blut, die unter den Normalwerten lagen, einherging. Unkontrollierte Phenylalaninspiegel im Blut (Hyperphenylalaninämie) vor und während der Schwangerschaft sind mit einem erhöhten Risiko für Fehlgeburten, schweren Geburtsfehlern (einschließlich Mikrozephalus und schweren Herzenfehlbildungen), intrauteriner fetaler Wachstumsverzögerung und späterer geistiger Behinderung mit niedrigem IQ verbunden. Bei Hypophenylalaninämie während der Schwangerschaft besteht das Risiko einer intrauterinen fetalen Wachstumsverzögerung. Weitere Risiken für das Ungeborene aufgrund von Hypophenylalaninämie sind nicht erwiesen. Die Phenylalaninspiegel im mütterlichen Blut müssen sowohl vor als auch während der Schwangerschaft streng eingestellt werden. Palynziq wird während der Schwangerschaft nicht empfohlen, es sei denn, der klinische Zustand der Mutter erfordert eine Behandlung mit Pegvaliase und alternative Strategien zur Einstellung der Phenylalaninwerte sind ausgeschöpft. Schwangere Frauen müssen auf die potenziellen Risiken unkontrollierter Blut-Phenylalaninspiegel für den Fötus hingewiesen werden.

Stillzeit

Es liegen nur begrenzte Daten über das Vorhandensein von Pegvaliase in der Muttermilch vor. Verfügbare toxikologische Daten an Tieren zeigen eine Ausscheidung von Pegvaliase in die Milch. Bei den gesäugten Jungtieren wurde keine systemische Exposition gegenüber Pegvaliase nachgewiesen. Ein Risiko für Säuglinge kann nicht ausgeschlossen werden. Aufgrund des Fehlens von Humandaten sollte Palynziq nur dann an stillende Frauen verabreicht werden, wenn nach Ansicht des Arztes der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko für den Säugling überwiegt.

Nebenwirkungen

In klinischen Prüfungen traten bei der Mehrheit der Patienten Reaktionen an der Injektionsstelle (93%), Arthralgie (86%) und Überempfindlichkeitsreaktionen (75%) auf. Zu den klinisch bedeutsamsten Überempfindlichkeitsreaktionen gehören akute systemische Überempfindlichkeitsreaktion (6%), Angioödem (7%) und Serumkrankheit (2%). In klinischen Prüfungen waren die Häufigkeiten von Nebenwirkungen während der Induktionsphase und Titrationsphase (Zeitraum vor dem Erreichen von Phenylalaninwerten im Blut von unter 600 µmol/l bei Anwendung einer stabilen Dosis) am höchsten, was mit dem Zeitraum übereinstimmte, während dessen die Titer von IgM- und Anti-PEG-Antikörpern am höchsten waren. Die Häufigkeiten verringerten sich später mit zunehmender Reife der Immunreaktion.

Die Häufigkeiten sind getrennt nach Induktion/Titration und Erhaltungsphase dargestellt. Lymphadenopathie (häufig; sehr häufig), Überempfindlichkeitsreaktion (sehr häufig), akute systemische Überempfindlichkeitsreaktion (häufig), Angioödem (häufig), Serumkrankheit (häufig; gelegentlich), Anaphylaxie (nicht bekannt), Kopfschmerz (sehr häufig), Husten (sehr häufig), Dyspnoe (sehr häufig), Abdominalschmerz (sehr häufig), Übelkeit (sehr häufig), Erbrechen (sehr häufig), Durchfall (sehr häufig), Alopezie (häufig; sehr häufig), Urtikaria (sehr häufig), Ausschlag (sehr häufig), Pruritus (sehr häufig), Erythem (sehr häufig; häufig), Exfoliation der Haut (gelegentlich; häufig), makulo-papulöser Ausschlag (häufig), Arthralgie (sehr häufig), Myalgie (sehr häufig), Gelenkschwellung (häufig), muskuloskelettale Steifigkeit (häufig), Gelenksteife (häufig), Reaktion an der Injektionsstelle (sehr häufig), Ermüdung (sehr häufig), Hypophenylalaninämie (sehr häufig), Komplementfaktor C3 erniedrigt (sehr häufig), Komplementfaktor C4 erniedrigt (sehr häufig), Hs-CRP-Werte erhöht (sehr häufig).

Kinder und Jugendliche: Keine Daten aus klinischen Prüfungen über Kinder und Jugendliche im Alter unter 12 Jahren verfügbar. Insgesamt 64 pädiatrische Patienten, 11 aus Studie 165-301 und 1 aus Studie 165-205, alle im Alter von 16 bis 18 Jahren, und 52 aus Studie 165-306 im Alter von 12 bis < 18 Jahren erhielten in klinischen Prüfungen eine Behandlung mit Palynziq. Die Nebenwirkungen waren in Art und Häufigkeit ähnlich wie bei erwachsenen Patienten.

Lagerungshinweise

Im Kühlschrank lagern (2-8 °C). Nicht einfrieren. Palynziq kann in seiner originalversiegelten Verpackung einmalig bis zu 30 Tage lang außerhalb des Kühlschranks (unter 25 °C) gelagert werden, wenn es vor Wärmequellen geschützt wird. Nach Lagerung außerhalb des Kühlschranks darf das Arzneimittel nicht mehr in den Kühlschrank zurückgelegt werden.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
1 Fertigspr. 2,5 mg 15270099
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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1 Fertigspr. 10 mg 15270113
1 Fertigspr. 20 mg 15270107
10 Fertigspr. 20 mg 15270136