Synacthen

Wirkstoff
Darreichungsform
In­jektionslösung
Rote Liste Eintrag

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Diagnostisch bei Verdacht auf eine Unterfunktion der Nebennierenrinde.

Im Gegensatz zu Synacthen Depot 1 mg kann Synacthen Injektionslösung i.m. und i.v. appliziert werden.

Therapeutisch beim West-Syndrom anstelle von Synacthen Depot 1 mg, wenn die i.v. Gabe einer i.m. Injektion vorzuziehen ist.

Dosierung

Diagnostisch: Bei Verdacht auf Unterfunktion der Nebennierenrinde.

Synacthen-Kurztest: Die Konzentration von Cortisol im Plasma wird unmittelbar vor und exakt 30 Minuten nach einer i.m. oder i.v. Injektion von 1 ml Synacthen Injektionslösung (entspr. 250 mg Tetracosactid) gemessen.

Beurteilung: Wenn das Plasmacortisol um mindestens 200 nmol/l (70 µg/l) ansteigt, d. h. wenn der Wert 30 Minuten nach der Injektion 500 nmol/l (180 µg/l) übersteigt, darf die Nebennierenrinden-Funktion als normal angesehen werden. Sämtliche Plasmaproben müssen bis zur Bestimmung des Plasma-Cortisol-Spiegels im Kühlschrank aufbewahrt werden.

Synacthen-Infusionstest: Bei unklarem Ergebnis des Kurztestes und zur Bestimmung der Reservekapazität der Nebennierenrinde ist der Infusionstest angezeigt. Über einen Zeitraum von 4 bis 8 Stunden wird insgesamt 1 ml Synacthen intravenös infundiert; dabei wird die Entwicklung der Hydroxykortikosteroide im Plasma gemessen.

Zudem werden möglicherweise die 17-Hydroxykortikosteroide und die 17-Ketosteroide im 24-Stunden-Urin bestimmt.

Therapeutisch: Synacthen Injektionslösung kann anstelle von Synacthen Depot 1 mg angewendet werden, wenn die intravenöse Gabe einer intramuskulären Injektion vorzuziehen ist.

Dabei soll stets die niedrigste wirksame Dosis von Synacthen angewendet werden. Eine Dosisreduktion muss langsam durchgeführt werden. Eine relative Insuffizienz der Hypophysen-Nebennierenrinden-Regulation ist nach einer Langzeitbehandlung mit Synacthen möglich und kann nach Therapieende noch einige Monate anhalten. Eine adäquate Substitutionstherapie ist in diesen Fällen angezeigt.

Bei operativen Eingriffen oder verletzungsbedingten Stresssituationen während oder bis zu einem Jahr nach Beendigung der Therapie mit Synacthen kann eine Erhöhung der Dosis oder eine Wiederaufnahme der Therapie mit Synacthen erforderlich werden.

Art der Anwendung: i.v. Injektion oder Infusion in Glukoselösung (5 % oder 12,5 %) oder physiologischer Kochsalzlösung (0,9 %). Ringeracetat-Lösung, mannithaltige oder sorbithaltige Lösungen eignen sich nicht.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen Tetracosactid und/oder ACTH oder einen der sonstigen Bestandteile;
  • akute Psychosen;
  • Infektionskrankheiten;
  • Magen- und Duodenalulzera;
  • schwere Osteoporose;
  • therapierefraktäre Herzinsuffizienz;
  • Cushing-Syndrom;
  • adrenogenitales Syndrom;
  • Schwangerschaft und Stillzeit;
  • Waterhouse-Friderichsen-Syndrom;
  • Niereninsuffizienz;
  • Nephrosklerose;
  • chronische Nephritis;
  • Amyloidose;
  • Thrombophlebitis;
  • Dekubitalulzera;
  • Phäochromocytom.

Wegen des erhöhten Risikos anaphylaktischer Reaktionen darf Synacthen nicht zur Behandlung von Asthma oder anderen allergischen Affektionen verwendet werden.

Synacthen darf nicht zur Behandlung einer primären Nebennierenrinden-Insuffizienz verwendet werden.

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Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
1×1 ml N1 00997281
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10×1 ml N2 01223400