DolAir® 5 mg/ml Injektionslösung

Wirkstoff
Darreichungsform
Injektionslösung
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Starke Schmerzen: Symptomatische Behandlung starker Schmerzen, die nur mit Opioid-Analgetika adäquat behandelt werden können. DolAir 5 mg/ml wird angewendet bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern (1 Jahr und älter). Dyspnoe: Symptomatische Linderung von Dyspnoe bei unheilbar kranken Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung. DolAir 5 mg/ ml sollte nur angewendet werden, wenn die Behandlung der zugrunde liegenden Ursachen der Dyspnoe ausgeschöpft ist und nicht-pharmakologische Maßnahmen unwirksam sind.

Dosierung

Dosis muss entsprechend der Stärke der Schmerzen/Symptome und dem individuellen Ansprechen des Patienten angepasst werden. ED bei i.m., s.c. und i.v. Anwendung können bei nachlassender Wirkung, i. d. R. alle 4-6 Stunden wiederholt werden. Erwachsene: 2,5-10 mg i.v.; 5-30 mg s.c. oder i.m.; 1-4 mg epidural; 0,1-1 mg intrathekal. Jugendliche und Kinder (1 Jahr und älter): 0,05-0,1 mg/kg KG i.v.; 0,05-0,2 mg/kg KG s.c. oder i.m., ED sollte 15 mg nicht überschreiten; 0,05-0,1 mg/kg KG epidural; 0,02 mg/kg KG intrathekal.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Ileus. Atemdepression. Schwere chronisch obstruktive Atemwegserkrankung, sofern nicht zur symptomatischen Linderung der Dyspnoe bei unheilbar kranken Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung angewendet. Akutes Abdomen. Gerinnungsstörungen und Infektionen im Injektionsgebiet bei intrathekaler oder epiduraler Anwendung.

Warnhinweis

Dop.! Ausführliche Informationen zu akutem Thorax-Syndrom (ATS) bei Patienten mit Sichelzellkrankheit (SZK), schweren arzneimittelinduzierte Hautreaktionen, Leber- und Gallenerkrankungen, Nebenniereninsuffizienz, vermindertem Spiegel von Sexualhormonen und erhöhte Prolactin-Konzentrationen, Hyperalgesie, Risiken durch gleichzeitige Anwendung von Sedativa wie Benzodiazepinen oder verwandten Arzneimitteln, schlafbezogenen Atemstörungen, symptomatischer Linderung von Dyspnoe bei unheilbar kranken Patienten, Missbrauchspotenzial, Abhängigkeit und Entzugssyndrom (Abstinenzsyndrom), Opioidgebrauchsstörung (Missbrauch und Abhängigkeit), Thrombozytenhemmung mit oralen P2Y12- Inhibitoren, Rifampicin, siehe Fachinformation.

Dop.! Die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.

Hinweis

Reaktionsvermögen! (V)

(V) Standard-Hinweis: Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.
Z 35 Natriumverbindungen
Parenterale und orale Anwendung <1 mmol/Dosis: Enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro [Dosiereinheit], d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

Sedativa wie Benzodiazepine oder verwandte Arzneimittel: Erhöhtes Risiko von Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod. Andere zentral dämpfend wirkende Arzneimittel, wie Tranquilizer, Anästhetika, Hypnotika und Sedativa, Neuroleptika, Gabapentin oder Pregabalin, Barbiturate, Antidepressiva, Antihistaminika/Antiemetika und andere Opioide oder Alkohol können Nebenwirkungen von Morphin verstärken, insbes. Atemdepression, Sedierung, Hypotonie oder Koma. Anticholinergika (z.B. Psychopharmaka, Antihistaminika, Antiemetika, Arzneimittel bei Morbus Parkinson) können anticholinerge Nebenwirkungen von Opioiden verstärken (z.B. Obstipation, Mundtrockenheit oder Harnverhalt). Durch Cimetidin oder anderer durch die Leber metabolisierter Arzneimittel können aufgrund der Hemmung seines Metabolismus erhöhte Plasmakonzentrationen von Morphin auftreten. Morphin kann die Wirkung von Muskelrelaxanzien verstärken. Bei Vorbehandlung von Patienten mit bestimmten Antidepressiva (MAO-Inhibitoren) innerhalb der letzten 14 Tage vor der Opioid-Gabe sind lebensbedrohende Wechselwirkungen mit Pethidin beobachtet worden, die Auswirkungen auf das ZNS, Atmungs- und Kreislauffunktion hatten. Rifampicin: Abschwächung der Morphinwirkung möglich. Bei Patienten mit akutem Koronarsyndrom, die mit Morphin behandelt wurden, wurde eine verzögerte und verringerte Exposition ggü. oralen P2Y12-Inhibitoren zur Thrombozytenhemmung beobachtet. Bei rückenmarksnaher (epiduraler und intrathekaler) Anwendung gleichzeitige generalisierte (systemische) Gabe von starken Schmerzmitteln (Opiaten) und stimmungsbeeinflussenden Medikamenten vermeiden.

Schwangerschaft

Morphin passiert die Plazentaschranke. Darf nur angewendet werden, wenn der Nutzen für die Mutter das Risiko für das Kind klar überwiegt. Morphin kann die Dauer der Wehentätigkeit verlängern oder verkürzen. Neugeborene, deren Mütter während der Schwangerschaft Opioid-Analgetika erhalten haben, sollten auf Anzeichen eines neonatalen Entzugs-(Abstinenz-)syndroms überwacht werden.

Stillzeit

Morphin wird in die Muttermilch ausgeschieden und erreicht dort höhere Konzentrationen als im mütterlichen Plasma. Da beim Säugling klinisch relevante Konzentrationen erreicht werden können, ist vom Stillen abzuraten.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Stimmungsveränderungen, meist Euphorie aber auch Dysphorie. Häufig: Veränderungen der Aktiviertheit (meist verminderte, aber auch gesteigerte Aktivität oder Agitiertheit), Schlaflosigkeit und Veränderungen der kognitiven und sensorischen Leistungsfähigkeit (z. B. Denkstörungen, Wahrnehmungsstörungen/Halluzinationen, Verwirrtheit); Kopfschmerzen, Schwindel; Erbrechen (besonders zu Beginn der Behandlung), Appetitverlust, Dyspepsie und Geschmacksveränderungen; Überempfindlichkeitsreaktionen wie Urticaria, Pruritus; Schwierigkeiten beim Wasserlassen. Gelegentlich: Reaktivierung von Herpes labialis Infektionen; klinisch bedeutsamer Abfall als auch Anstieg von Blutdruck und Herzfrequenz. Selten: Bronchospasmen, Asthmaattacken; erhöhte Pankreasenzymwerte oder Pankreatitis; Gallenkoliken; Nierenkoliken; Entzugserscheinungen (Abstinenzsyndrom). Sehr selten: Syndrom der inadäquaten ADH-Sekretion (SIADH; Leitsymptom: Hyponatriämie); Tremor, unwillkürliche Muskelkontraktionen, epileptische Krampfanfälle (insbes. bei epiduraler oder intrathekaler Gabe); schwerwiegende neurologische Symptome wie Paresen, die z. B. auf eine Granulombildung im Bereich der Katheterspitze zurückgehen können, verspätete Atemdepression (bis zu 24 Stunden nach Gabe); verschwommenes Sehen, Doppelsehen und Nystagmus, Pupillenverengung; Dyspnoe; Ileus, Abdominalschmerz; Erhöhung leberspezifischer Enzyme; andere Hautausschläge wie Exantheme und periphere Ödeme (bilden sich nach Absetzen zurück); Muskelspasmen, Muskelrigidität; Asthenie, Unwohlsein, Schüttelfrost, Amenorrhoe. Nicht bekannt: Anaphylaktische Reaktionen, anaphylaktoide Reaktionen; Abhängigkeit, verminderte Libido, erektile Dysfunktion; Hyperhidrosis, Allodynie, Hyperalgesie; zentrales Schlafapnoe-Syndrom; Mundtrockenheit (dosisabhängig); Spasmus des Sphincter Oddi; akute generalisierte exanthematische Pustulose (AGEP).

Intoxikation

Symptome: Miosis, Atemdepression und Koma. Pupillen sind zunächst stecknadelkopfgroß. Bei starker Hypoxie dilatieren sie jedoch. Atmung ist stark reduziert (bis auf 2-4 Atemzüge/Minute). Patient wird zyanotisch. Weitere Symptome: Benommenheit und Stupor bis hin zum Koma, Blutdruckabfall (kann in einen Schock übergehen), Tachykardie, Schwindel, Aspirationspneumonie, sinkende Körpertemperatur, Relaxation der Skelettmuskeln, gelegentlich generalisierte Krämpfe (insbes. bei Kindern). Der Tod tritt meist durch Ateminsuffizienz oder durch Komplikationen wie z.B. pulmonales Ödem ein. Therapie: Bei bewusstlosen Patienten mit Atemstillstand Beatmung, Intubation und i.v. Gabe eines Opiatantagonisten (z.B. 0,4 mg Naloxon). Bei anhaltender Ateminsuffizienz ED 1- bis 3-mal in dreiminütigen Abständen wiederholen, bis die Atemfrequenz normalisiert ist und der Patient auf Schmerzreize reagiert. Strenge Überwachung (mind. 24 Stunden), da mit einem erneuten Auftreten der Ateminsuffizienz gerechnet werden muss. Dosis des Opiatantagonisten bei Kindern 0,01 mg/kg KG/Einzeldosis. Ggf. Maßnahmen zum Schutz vor Wärmeverlusten und zur Volumentherapie erforderlich.

Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Ampullen im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
10×1 ml Amp. N2 20167156
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
Bitte loggen Sie sich mit Ihrem DocCheck Zugang ein.