Samsca® 7,5 mg/-15 mg/-30 mg Tabletten

Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Bei Erwachsenen zur Behandlung von Hyponatriämie als sekundäre Folge des Syndroms der inadäquaten Sekretion des antidiuretischen Hormons (SIADH).

Dosierung

Behandlung muss im Krankenhausmit 15 mg 1-mal täglich eingeleitet werden. Dosis kann auf maximal 60 mg 1-mal täglich erhöht werden, um gewünschten Natriumspiegel im Serum zu erreichen. Bei Risiko einer zu raschen Korrektur des Natriumspiegels, z. B. Patienten, die an onkologischen Vorerkrankungen leiden, die sehr niedrige Ausgangs-Natriumspiegel aufweisen, Diuretika einnehmen oder ergänzende Natriumpräparate einnehmen, Dosierung von 7,5 mg in Betracht ziehen. Titrationsphase mit engmaschiger Überwachung auf Serumnatrium und Volumenstatus. Anwendung in Kombination mit anderen Optionen kann Steigerung des Risikos einer zu raschen Korrektur des Serumnatriumspiegels bewirken. Bei Hyponatriämie hängt die Behandlungsdauer von der Grunderkrankung und ihrer Behandlung ab. Es wird davon ausgegangen, dass die Behandlung mit Tolvaptan andauert, bis die Grunderkrankung angemessen behandelt wurde oder bis die Hyponatriämie kein klinisches Problem mehr darstellt. Darf nicht zusammen mit Grapefruitsaft eingenommen werden. Eingeschränkte Nierenfunktion: Kontraindiziert bei Anurie. Schwere Niereninsuffizienz: Wirksamkeit und Sicherheit nicht ausreichend belegt (nicht untersucht). Schwere Leberinsuffizienz (Child-Pugh Klasse C): Vorsichtig dosieren, Elektrolythaushalt und Volumenstatus überwachen (keine Informationen). Kinder und Jugendliche <18 Jahren: Nicht empfohlen. Sicherheit und Wirksamkeit noch nicht erwiesen. Anwendung vorzugsweise morgens, unabhängig von den Mahlzeiten. Einnahme unzerkaut mit einem Glas Wasser.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile oder gegen Benzazepin oder Benzazepin-Derivate; Anurie; Volumendepletion; Hypovolämische Hyponatriämie; Hypernatriämie; Patienten ohne Durstgefühl; Schwangerschaft; Stillzeit.

Anwendungsbeschränkungen

Extra große Vorsicht, wenn Patienten mit Flüssigkeitsrestriktion mit Tolvaptan behandelt werden: Sicherstellen, dass Patienten nicht zu stark dehydrieren. Patienten, die vor Einleitung der Behandlung eine andere Hyponatriämie-Therapie oder Arzneimittel erhielten, die zu einer Erhöhung der Natriumkonzentration im Serum führen, müssen sehr vorsichtig behandelt werden. Risiko einer zu schnellen Korrektur der Serumnatriumspiegel in den ersten 1 bis -2 Behandlungstagen kann bei diesen Patienten aufgrund potentieller additiver Wirkungen erhöht sein. Diabetiker mit erhöhter Blutzuckerkonzentration (z. B. > 300 mg/dl) können Pseudohyponatriämie zeigen: Vorsichtige Behandlung bei Diabetikern erforderlich, insbesondere bei unzureichend eingestelltem Diabetes Typ II. Weitere Informationen siehe Fachinformation.
Z 30 Lactose
Orale Anwendung: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Warnhinweis

Bei Verdacht auf eine Leberschädigung muss Tolvaptan sofort abgesetzt, eine angemessene Behandlung eingeleitet und Untersuchungen zur Bestimmung der wahrscheinlichen Ursache durchgeführt werden. Wenn Dehydration bemerkt wird, müssen angemessene Maßnahmen ergriffen werden, wie z. B. Unterbrechung der Behandlung oder Reduzierung der Dosis von Tolvaptan und Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr. Bei sehr niedrigen Serumnatrium-Ausgangsspiegeln kann ein erhöhtes Risiko für zu schnelle Korrektur des Serumnatriumspiegels bestehen. Zu rasche Korrektur von Hyponatriämie (Anstieg ≥ 12 mmol/l/24 Stunden) kann zu osmotischer Demyelinisierung und so zu Dysarthrie, Mutismus, Dysphagie, Lethargie, affektiven Veränderungen, spastischer Quadriparese, Krampfanfällen, Koma oder Tod führen. Patienten müssen nach Einleitung der Behandlung engmaschig auf Serumnatrium und Volumenstatus überwacht werden. Ausführliche Informationen zu dringender Notwendigkeit für eine akute Erhöhung des Serumnatriumwerts, Zugang zu Wasser, Dehydration, Harnausflussobstruktion, Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt, zu rascher Korrektur des Serumnatriumspiegels, Diabetes mellitus, Idiosynkratische Hepatotoxizität und Anaphylaxie siehe Fachinformation.

Hinweis

Reaktionsvermögen! Beim Führen eines Fahrzeugs oder Bedienen von Maschinen ist zu berücksichtigen, dass gelegentlich Schwindel, Asthenie oder Synkope auftreten können.

Wechselwirkungen

Andere Hyponatriämie-Therapien oder Arzneimitteln, die zu einer Erhöhung der Natriumkonzentration im Serum führen: Gleichzeitige Verabreichung kann das Risiko für eine zu rasche Korrektur des Serumnatriumspiegels erhöhen (nicht empfohlen während Einleitung der Behandlung oder bei anderen Patienten mit sehr niedrigen Serumnatrium-Ausgangsspiegeln, bei denen rasche Korrektur ein Risiko für osmotische Demyelinisierung darstellen kann). Starke CYP3A4-Hemmer: Anstieg Plasmakonzentrationen von Tolvaptan (Vorsicht bei gleichzeitiger Verabreichung von CYP3A4-Hemmern [z. B. Ketoconazol, Makrolid-Antibiotika, Diltiazem]). Grapefruitsaft: Erhöhte Exposition gegenüber Tolvaptan (auf Grapefruitsaft sollte verzichtet werden). CYP3A4-Induktoren: Verringerte Plasmakonzentrationen von Tolvaptan (gleichzeitige Verabreichung von CYP3A4-Induktoren [z. B. Rifampicin, Barbiturate und Johanniskraut] und Tolvaptan muss vorsichtig erfolgen). CYP3A4-Substrate: erhöhte Plasmaspiegel von Lovastatin (keine klinische Relevanz). Tolvaptan kann die Exposition gegenüber CYP3A4-Substraten potentiell erhöhen. P-Glykoprotein (P-gp)-Substrate: In-vitro-Studien deuten darauf hin, dass Tolvaptan ein Substrat und kompetitiver Hemmer von P-gp ist (Patienten, die Digoxin oder andere therapeutisch eng wirksame P-gp-Substrate [z. B. Dabigatranetexilat] erhalten, müssen vorsichtig behandelt und auf übermäßige Wirkungen untersucht werden). BCRP-Substrate: Erhöhte Cmax und AUCt von Rosuvastatin (BCRP-Substrat) bei gleichzeitiger Verabreichung (Patienten vorsichtig behandeln und auf übermäßige Wirkungen dieser Arzneimittel untersuchen, wenn BCRP-Substrate [z. B. Sulfasalazin] zusammen mit Tolvaptan verabreicht werden). OCT1-Substrate (z. B. Metformin): Vorsichtig vorgehen bei gleichzeitiger Anwendung (Patienten auf übermäßige Wirkungen dieser Arzneimittel untersuchen). Diuretika: Bei Hinweisen auf Dehydration oder Nierenfunktionsstörung angemessene Maßnahmen ergreifen. Vasopressin-Analoga: Wirkung von Vasopressin-Analoga, wie Desmopressin, kann abgeschwächt werden.

Schwangerschaft

Kontraind. Gr 6. Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
Gr 6 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Stillzeit

Kontraind. La 1.
La 1 Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Übelkeit; Durst; rasche Hyponatriämie-Korrektur, die manchmal zu neurologischen Symptomen führt. Häufig: Polydipsie, Dehydration, Hyperkaliämie, Hyperglykämie, Hypoglykämie1,Hypernatriämie1, Hyperurikämie1, verminderter Appetit; Synkope1, Kopfschmerzen1, Schwindelgefühl1; orthostatische Hypotonie; Obstipation, Diarrhoe1, Mundtrockenheit; Ecchymosis, Pruritus; Pollakisurie, Polyurie; Asthenie, Pyrexie, Unwohlsein1; Blut im Urin nachweisbar1, Alaninaminotransferase erhöht1, Aspartataminotransferase erhöht1, Kreatinin im Blut erhöht. Gelegentlich: Dysgeusie; juckender Ausschlag1; Nierenfunktionsstörung; Bilirubin erhöht1. Nicht bekannt: Anaphylaktischer Schock, generalisierter Hautausschlag; Erkrankungen der Leber2, akutes Leberversagen3; Transaminasen erhöht2. [1In klinischen Studien, in denen andere Indikationen untersucht wurden beobachtet. 2Aus einer nach der Zulassung durchgeführten Studie zur Sicherheit bei Hyponatriämie als sekundäre Folge des SIADH. 3Nach Markteinführung von Tolvaptan bei der Behandlung von ADPKD beobachtet, Lebertransplantation war notwendig.].

Intoxikation

Einzeldosen bis 480 mg und mehrfache Dosen bis 300 mg pro Tag für 5 Tage wurden in klinischen Studien an gesunden Probanden gut vertragen. Es gibt kein spezielles Gegenmittel für eine Vergiftung. Es kann davon ausgegangen werden, dass Anzeichen und Symptome einer akuten Überdosis denen einer übermäßigen pharmakologischen Wirkung entsprechen: Anstieg der Natriumkonzentration im Serum, Polyurie, Durst und Dehydratation/Hypovolämie (ausgeprägte und anhaltende Aquarese). Bei vermuteter Überdosis, Untersuchung der Vitalzeichen, Elektrolytkonzentrationen, des Flüssigkeitsstatus und ein EKG empfohlen. Bis zum Abklingen der Wasserdiurese (Aquarese) müssen Wasser und/oder Elektrolyte ausreichend zugeführt werden. Eine Dialyse ist möglicherweise nicht wirksam (hohe Bindungsaffinität von Tolvaptan an menschliches Plasmaprotein [> 98 %]).

Lagerungshinweise

In der Originalverpackung aufbewahren, um Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
10 Tbl. 7,5 mg N1 13969576
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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10 Tbl. 15 mg N1 01253708
10 Tbl. 30 mg N1 01253720