Dacogen® 50 mg Pulver für ein Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Erwachsene Patienten mit neu diagnostizierter de novo oder sekundärer akuter myeloischer Leukämie (AML) gemäß WHO-Klassifikation für die eine Standard-Induktionstherapie nicht infrage kommt.

Dosierung

Anwendung von Dacogen muss unter Aufsicht von Ärzten mit Erfahrung in der Anwendung von Chemotherapeutika begonnen werden. Während eines Behandlungszyklus wird Dacogen 20 mg/m2 KOF mittels i.v. Inf. tägl. über 1 Std. an 5 aufeinanderfolgenden Tagen gegeben (d. h. insgesamt 5 Dosen pro Behandlungszyklus; nicht mit anderen Arzneimitteln über denselben i.v. Zugang bzw. dieselbe Infusionsleitung infundieren). Die tägl. Gesamt-TD von 20 mg/m2 sowie die Gesamtdosis pro Behandlungszyklus von 100 mg/m2 darf nicht überschritten werden. Falls eine Dosis versäumt wird, soll die Behandlung sobald wie möglich wieder aufgenommen werden. Unter Berücksichtigung des klinischen Ansprechens und der beobachteten Toxizität soll der Behandlungszyklus alle 4 Wochen wiederholt werden. Mindestens 4 Behandlungszyklen empfohlen; wobei es bis zum Erreichen einer kompletten oder partiellen Remission länger dauern kann. Die Behandlung kann so lange fortgesetzt werden, solange ein Therapieansprechen, weiterhin ein klinischer Nutzen oder eine Stabilisierung der Krankheit aufzuweisen ist, d. h. solange keine offensichtliche Krankheitsprogression vorliegt. Kinder und Jugendliche mit AML im Alter <18 Jahren: Dacogen soll nicht angewendet werden, da die Wirksamkeit nicht erwiesen wurde. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen Decitabin oder einen der sonstigen Bestandteile. Stillzeit.

Anwendungsbeschränkungen

Leberfunktionsstörung und Patienten, die Anzeichen oder Symptome einer Leberfunktionsstörung entwickeln; schwere Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min). Leber- bzw. Nierenfunktionstests vor Behandlungsbeginn, vor Beginn jedes Behandlungszyklus und bei klinischer Notwendigkeit durchführen. Patienten mit schwerer dekompensierter Herzinsuffizienz oder klinisch instabilen kardialen Erkrankungen in der Anamnese. Patienten auf Symptome einer Herzinsuffizienz überwachen. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Warnhinweis

Myelosuppression und Komplikationen einer Myelosuppression, einschl. Infektionen und Blutungen, die bei Patienten mit AML auftreten, können verstärkt werden. Patienten auf Anzeichen und Symptome einer Infektion überwachen und sofort behandeln. Eine durch Dacogen verursachte Myelosuppression ist reversibel. Bestimmung des Differenzialblutbildes einschl. der Thrombozytenzahl regelmäßig, bei klinischer Notwendigkeit und vor Beginn jedes Behandlungszyklus durchführen. Bei Myelosuppression oder einer ihrer Komplikationen kann die Behandlung mit Dacogen unterbrochen und/oder unterstützende Maßnahmen eingeleitet werden. Nach Besserung oder Stabilisierung unter entsprechender Behandlung (Antiinfektiva, Transfusionen oder Wachstumsfaktoren) kann die Behandlung mit Dacogen wieder aufgenommen werden. Dosisreduktion von Dacogen wird nicht empfohlen; ILD ohne infektiöse Ursache, Patienten mit akutem Einsetzen oder unerklärlicher Verschlechterung von Lungensymptomen sollen sorgfältig untersucht werden, um eine ILD auszuschließen. Bei ersten Anzeichen oder Symptomen eines Differenzierungssyndroms (auch bekannt als Retinsäuresyndrom) Behandlung mit hochdosierten i.v. Kortikosteroiden und hämodynamische Überwachung in Erwägung ziehen. Unterbrechung der Behandlung bis zum Abklingen der Symptome in Betracht ziehen. Bei Wiederaufnahme der Behandlung ist Vorsicht geboten. 1 Durchstechfl. enth. 0,29 mmol (6,67 mg) Natrium. Nach Rekonstitution und Verdünnung der Lösung zur i.v. Infusion enth. dieses Arzneimittel, abhängig von der Infusionsflüssigkeit zur Verdünnung, zwischen 0,6-6 mmol (13,8-138 mg) Natrium pro Dosis, entspr. 0,7-7% der von der WHO für einen Erwachsenen empfohlenen max. täglichen Natriumaufnahme mit der Nahrung von 2 g.

Hinweis

Reaktionsvermögen!
Z 23 Kaliumverbindungen
Parenterale Anwendung <1 mmol/Dosis: Dieses Arzneimittel enthält Kalium, jedoch weniger als 1 mmol (39 mg) Kalium pro [Dosiereinheit], d.h. es ist nahezu „kaliumfrei“.

Wechselwirkungen

Vorsicht bei Kombination mit Wirkstoffen, die ebenfalls durch sequenzielle Phosphorilierung aktiviert und/oder durch Enzyme metabolisiert werden, die an der Inaktivierung von Decitabin beteiligt sind (z. B. Cytidin-Deaminase).

Schwangerschaft

Kontraind. Gr 6. Bevor mit der Behandlung begonnen wird, sollte ein Schwangerschaftstest bei allen Frauen im gebärfähigen Alter durchgeführt werden. Aufgrund des genotoxischen Potentials müssen Frauen im gebärfähigen Alter während und 6 Monate nach Ende der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden und eine Schwangerschaft vermeiden. Männer sollen während der Behandlung und über 3 Monate danach eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden und kein Kind zeugen.
Gr 6 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Stillzeit

Kontraind.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Pneumonie*, Harnwegsinfektion*, andere Infektionen (viral, bakteriell, fungal, einschl. infektiöse Enterokolitis)*; febrile Neutropenie*, Neutropenie*, Thrombozytopenie* (einschl. Blutung in Verbindung mit Thrombozytopenie, einschl. Fälle mit letalem Ausgang), Anämie, Leukopenie; Hyperglykämie; Kopfschmerzen; Epistaxis; Diarrhö, Erbrechen, Übelkeit; anomale Leberfunktion; Pyrexie. Häufig: septischer Schock*, Sepsis*, Sinusitis; Überempfindlichkeit einschl. anaphylaktischer Reaktionen (einschl. Arzneimittel-Überempfindlichkeit, anaphylaktischer/anaphylaktoider Schock, anaphylaktoide Reaktion); Stomatitis, Hyperbilirubinämie. Gelegentlich: Panzytopenie*; Kardiomyopathie, akute febrile neutrophile Dermatose (Sweet-Syndrom). Häufigkeit unbekannt: Differenzierungssyndrom (Symptome und klinische Befunde umfassen Atemstörung, Lungeninfiltrate, Fieber, Hautausschlag, Lungenödem, peripheres Ödem, schnelle Gewichtszunahme, Pleuraerguss, Perikarderguss, Hypotonie und Nierenfunktionsstörung. Kann mit oder ohne begleitende Leukozytose auftreten. Kapillarlecksyndrom und Koagulopathie können auch auftreten); interstitielle Lungenerkrankung; Enterokolitis einschl. neutropenischer Kolitis, Typhlitis*. [* umfasst Ereignisse mit letalem Ausgang]

Intoxikation

Toxische Reaktionen werden sich wahrscheinlich als Exazerbation von Nebenwirkungen, v.a. Myelosuppression, zeigen. Kein spezifisches Antidot; unterstützende Behandlung.

Lagerungshinweise

Nicht über 25 °C lagern. Aufbewahrung nach Rekonstitution siehe Fachinformation.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
1 Durchstechfl. N1 09781192
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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