Codeinum phosphoricum Compren® 30 mg/-forte Compren® 50 mg

Firma
Wirkstoff
Darreichungsform
Tabletten
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Symptomatische Therapie von Reizhusten (unproduktiver Husten) bei Erwachsenen.

Dosierung

30 mg Tbl.: Erwachsene: 2- bis 3-mal tgl. ½-2 Tbl., max. 8½ Tbl./Tag.

-forte 50 mg Tbl.: 2- bis 3-mal tgl. ½-1 Tbl., max. 5 Tbl./Tag.

Bei Anhalten des Hustens über einen Zeitraum von 2 Wochen hinaus muss eine weitere diagnostische Abklärung erfolgen. Codein sollte nicht länger als notwendig angewendet werden.

Gegenanzeigen

C 85 Codein, Dihydrocodein a-d, f, g, i
a Ateminsuffizienz
b Koma
c Atemdepression
d Akuter Asthmaanfall
Codein zusätzlich:
f Pneumonie
g Tiefe Bewusstlosigkeit
i Tabletten u. Kapseln >11 mg Codein/Sirup >15 mg Codein pro 15 ml/Retardtabletten/Retardsuspension zusätzlich: Kinder bis 12 Jahre

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile. Patienten, für die bekannt ist, dass sie vom CYP2D6-Phänotyp ultraschnelle Metabolisierer sind.

Anwendungsbeschränkungen

C 85 Codein, Dihydrocodein a-c, e, f, h-k
a Abhängigkeit von Opioiden (auch Alkohol u. Sedativa; Kreuztoleranz zu anderen Opioiden beachten)
b Bewusstseinsstörungen
c Störungen des Atemzentrums (z. B. bei Zuständen mit erhöhtem Hirndruck) u. der Atemfunktion
e Eingeschränkte Nierenfunktion, Dialysepat. (Elimination verlangsamt; Dosierungsintervall verlängern)
f Ältere Pat.
h Gleichz. Anwendung von MAO-Hemmern (od. binnen 14 Tagen nach Beendigung der MAO-Therapie)
Codein zusätzlich:
i Chronisch obstruktive Atemwegserkrankung
j Hypotension bei gleichz. bestehender Hypovolämie (bei höheren Dosen)
k Genetische CYP2D6-Variabilität (klinische Zeichen einer Morphin-Vergiftung mögl. Kontrolle der individuellen Reaktion des Pat. nötig)

Patienten nach einer Cholezystektomie, sowie Patienten mit Pankreatitis und Erkrankungen der Gallenwege sind mit Vorsicht zu behandeln. Codein kann eine Funktionsstörung und einen Spasmus des Sphincter Oddi verursachen, wodurch das Risiko für biliäre Störungen und Pankreatitis steigt. Dämpfung chronischen Hustens, v. a. bei Kindern; Kinder mit beeinträchtigter Atemfunktion, einschl. z. B. durch neuromuskuläre Störungen, schwere Herz- oder Atemwegserkrankungen, Infektionen der oberen Atemwege oder Lungeninfektionen, Polytraumen oder umfangreiche operative Eingriffe. Gleichzeitige Anwendung von sedierenden AM (Benzodiazepine oder verwandte AM) kann zu Sedierung, Atemdepression, Koma und Tod führen und ist nur bei Patienten angebracht, für die es keine alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt. Wenn dennoch eine gleichz. Verschreibung für notwendig erachtet wird, sollte die niedrigste wirksame Dosis verwendet werden und die Behandlungsdauer so kurz wie möglich sein. Patienten sollten engmaschig auf Anzeichen und Symptome von Atemdepression und Sedierung überwacht werden. Es wird dringend empfohlen, Patienten und Bezugspersonen über Symptome zu informieren.

Z 30 Lactose
Orale Anwendung: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Warnhinweis

Bei wiederholter Anwendung von Opioiden können sich eine Toleranz, eine physische und psychische Abhängigkeit und eine Opioidgebrauchsstörung entwickeln. Das Risiko, eine Opioidgebrauchsstörung zu entwickeln, ist bei Patienten mit einer Substanzgebrauchsstörung (einschließlich Alkoholgebrauchsstörung) in der persönlichen oder familiären Vorgeschichte (Eltern oder Geschwister), bei Rauchern oder bei Patienten mit anderen psychischen Erkrankungen in der persönlichen Vorgeschichte (z. B. Major Depression, Angststörungen und Persönlichkeitsstörungen) erhöht. Bei Patienten mit Anzeichen und Symptomen einer Opioidgebrauchsstörung und/oder eines Suchtverhaltens (drug-seeking behaviour), können eine Überprüfung der gleichzeitigen Anwendung von Opioiden und Psychopharmaka (wie Benzodiazepinen) und die Konsultation eines Suchtspezialisten erforderlich sein.

Opioide können schlafbezogene Atemstörungen, einschließlich zentraler Schlafapnoe und schlafbezogener Hypoxämie, verursachen. Die Anwendung von Opioiden geht mit einer dosisabhängigen Erhöhung des Risikos für eine zentrale Schafapnoe einher. Bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe sollte eine Reduzierung der Opioidgesamtdosis in Betracht gezogen werden.

Hinweis

Reaktionsvermögen! (V)
(V) Standard-Hinweis: Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass z.B. die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr oder zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt wird. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Wechselwirkungen

C 85 Codein, Dihydrocodein a-h
a Zentral dämpfende Arzneimittel wie Sedativa, Hypnotika od. Psychopharmaka (Phenothiazine, z. B. Chlorpromazin, Thioridazin, Perphenazin) (a) Sedierende u. atemdepressive Wirkung verstärkt
b Alkohol (b) Psychomotorische Leistungsfähigkeit vermindert
c Antihistaminika (z. B. Promethazin, Meclozin), Antihypertonika (c) Sedierende u. atemdepressive Wirkung verstärkt
d Trizyklische Antidepressiva (Imipramin, Amitriptylin), Opipramol (d) Atemdepression verstärkt
e Schmerzmittel (e) Wirkung der Schmerzmittel verstärkt
f Partielle Opioidagonisten/-antagonisten (z. B. Buprenorphin, Pentazocin) (f) Wirkungsabschwächung mögl.
g Cimetidin u. andere Arzneimittel, die den Leberstoffwechsel beeinflussen (g) Wirkungsverstärkung Hinweis: Unter Morphinbehandlung wurde eine Hemmung des Morphinabbaus mit konsekutiv erhöhten Plasmakonzentrationen beobachtet. Eine solche Wechselwirk. ist nicht auszuschließen.
h Codein zusätzlich: MAO-Hemmer (z. B. Tranylcypromin) (h) Verstärkung der zentralnervösen Wirkungen u. anderer Nebenwirk. in nicht vorhersehbarem Ausmaß

Gabapentinoide (Gabapentin und Pregabalin): Atemdepression, Hypotonie, starke Sedierung, Koma oder Tod möglich.

Schwangerschaft

C 85 Codein, Dihydrocodein
Strenge Indikationsstellung im 1. Trimenon. Kontraindiziert kurz vor der Geburt od. drohender Frühgeburt (Gefahr der Atemdepression bei Neugeborenen). Es wurde eine Assoziation zwischen Missbildungen des Respirationstraktes u. der Anwendung von Codein im 1. Trimenon festgestellt. Hinweise auf andere Missbildungen liegen aus epidemiologischen Studien mit Narkoanalgetika, einschl. Codein vor. Bei längerfristiger Einnahme kann sich eine Opiatabhängigkeit des Feten entwickeln. Berichte über Entzugssymptome beim Neugeborenen nach wiederholter Anwendung von Codein im letzten Trimenon der Schwangerschaft liegen vor.

Strenge Ind.-stellung. und sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung insbesondere während der ersten drei Monate. Kontraind. bei nahender Geburt oder drohender Frühgeburt.

Stillzeit

Kontraind.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Übelkeit, unter Umständen bis zum Erbrechen (insbesondere zu Therapiebeginn), Obstipation, Magenschmerzen. Häufig: leichte Kopfschmerzen, leichte Schläfrigkeit. Gelegentlich: Schlafstörungen; Kurzatmigkeit; Mundtrockenheit; Pruritus, urtikarielles Exanthem. Selten: schwere allergische Reaktionen einschließlich Steven-Johnson-Syndrom. Nicht bekannt: Pankreatitis; Funktionsstörung des Sphinkter Oddi.

Bei höheren Dosen oder bei besonders empfindlichen Patienten können dosisabhängig die visuomotorische Koordination und die Sehleistung verschlechtert sein. Es können Atemdepression, Benommenheit, Müdigkeit und Euphorie auftreten. Codein kann, insbesondere bei Einzeldosen über 60 mg, den Muskeltonus der glatten Muskulatur erhöhen. Bei hohen therapeutischen Dosen und bei Intoxikationen können Synkopen, Blutdruckabfall und Kreislaufprobleme auftreten; bei Patienten mit vorher bestehenden Lungenfunktionsstörungen muss mit dem Auftreten von Lungenödemen gerechnet werden.

Die wiederholte Anwendung kann, auch in therapeutischer Dosierung, zu einer Arzneimittelabhängigkeit führen. Das Risiko für eine Arzneimittelabhängigkeit kann je nach individuellen Risikofaktoren des Patienten, Dosierung und Dauer der Opioidbehandlung variieren.

Intoxikation

C 85 Codein, Dihydrocodein
Atemdepression! Weiterhin Somnolenz bis zu Stupor, Koma sowie Miosis, Erbrechen, Kopfschmerzen, Harn- u. Stuhlverhalten, Zyanose, Hypoxie, kalte Haut, Skelettmuskel-Tonus-Verlust sowie Areflexie, mitunter auch Bradykardie u. Blutdruckabfall mögl. Gelegentlich, v. a. bei Kindern, Krämpfe. Die Symptome können durch die gleichz. Einnahme von Alkohol od. zentral dämpfenden Arzneimitteln verstärkt werden.
Therapie
Als Antidot stehen Opiatantagonisten (z. B. Naloxonhydrochlorid) zur Verfügung. Nach deren Verabreichung ist eine engmaschige Überwachung notwendig, da die Wirkdauer der Opiatantagonisten kürzer ist als die des Opioids, so dass mit einem erneuten Auftreten der Ateminsuffizienz gerechnet werden muss.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
10 Tbl. 30 mg N1 03135203
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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20 Tbl. 30 mg N2 03135226
10 Tbl. 50 mg N1 03135249
20 Tbl. 50 mg N2 03135255