Combigan® 2 mg/ml + 5 mg/ml Augentropfen

Wirkstoff
Darreichungsform
Augentropfen, Lösung
Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Senkung des Augeninnendrucks (IOD) bei Patienten mit chronischem Weitwinkelglaukom oder erhöhtem Augeninnendruck, die auf lokal am Auge angewandte Betablocker unzureichend ansprechen.

Dosierung

Erwachsene: zweimal täglich im Abstand von ungefähr 12 Stunden jeweils 1 Tropfen in das/die betroffene(n) Auge(n) einträufeln. Nach jeder Instillation der Augentropfen den Tränensack unter dem inneren Augenwinkel für 2 Minuten komprimieren oder die Augenlider 2 Minuten zu schließen, um eine eventuelle systemische Resorption zu reduzieren.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

  • Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe oder einen der sonstigen Bestandteile.
  • Reaktive Atemwegserkrankungen einschließlich Asthma bronchiale oder anamnestisch bekanntes Bronchialasthma, schwere chronisch obstruktive Lungenerkrankungen.
  • Sinusbradykardie, Sick-Sinus-Syndrom, sinuatrialer Block, atrioventrikulärer Block 2. oder 3. Grades, der nicht mit einem Herzschrittmacher kontrolliert wird, manifeste Herzinsuffizienz, kardiogener Schock.
  • Anwendung bei Neugeborenen und Kleinkindern (unter 2 Jahren).
  • Patienten, die eine Therapie mit Monoaminoxidasehemmern (MAO-Hemmern) erhalten.
  • Patienten, die Antidepressiva erhalten, die die noradrenerge Neurotransmission beeinflussen (z. B. trizyklische Antidepressiva und Mianserin).

Anwendungsbeschränkungen

Kinder ≥ 2 Jahre, insbesondere Kinder von 2 – 7 Jahren und/oder ≤ 20 kg sollten mit Vorsicht behandelt und aufgrund des häufigen Auftretens und der Schwere von Somnolenz engmaschig kontrolliert werden. Bei kardiovaskulären Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit, Prinzmetal-Angina und Herzinsuffizienz) sowie Hypotonie muss die Behandlung mit Betablockern kritisch überprüft und es sollte eine Behandlung mit anderen Wirkstoffen in Erwägung gezogen werden. Vorsicht bei: AV-Block 1. Grades, schweren peripheren Kreislaufstörungen bzw. -erkrankungen (z. B. schwere Formen der Raynaud-Erkrankung bzw. des Raynaud-Syndroms), COPD, Neigung zu spontaner Hypoglykämie oder bei labilem Diabetes, metabolischer Azidose und unbehandeltem Phäochromozytom, Hornhauterkrankungen, trockenen Augen und geschädigter Hornhaut.

Warnhinweis

Dop.! Bei Auftreten von allergischen Reaktionen (z.B. allergische Konjunktivitis, allergische Blepharitis) Behandlung beenden. Die Wirkung auf den Augeninnendruck oder die bekannten Wirkungen einer systemischen Betablockade können bei Patienten, die bereits einen systemischen Betablocker erhalten, verstärkt werden. Die Reaktion dieser Patienten sorgfältig überwachen. Bei einer Behandlung mit Substanzen, die die Kammerwassersekretion hemmen (z. B. Timolol, Acetazolamid) wurde nach filtrierenden Verfahren über Aderhautabhebung berichtet.

Dop.! Die Anwendung des Arzneimittels kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
Z 4 Benzalkoniumchlorid d
d Ophthalmika: Benzalkoniumchlorid kann Irritationen am Auge hervorrufen. Der Kontakt mit weichen Kontaktlinsen ist zu vermeiden. Benzalkoniumchlorid kann zur Verfärbung weicher Kontaktlinsen führen. Kontaktlinsen sind vor der Anwendung zu entfernen u. frühestens 15 Minuten nach der Anwendung wieder einzusetzen.

Hinweis

Reaktionsvermögen! (S) Bei KHK ausschleichend absetzen. Symptome einer akuten Hypoglykämie oder Hyperthyreose können maskiert werden.

(S) Sehleistungsverändernde Arzneimittel, Ophthalmika, Spasmolytika (peripher wirkende Anticholinergika), Cholinergika: Dieses Arzneimittel kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch die Sehleistung und somit das Reaktionsvermögen im Straßenverkehr oder bei der Bedienung von Maschinen beeinflussen.

Wechselwirkungen

Zentral dämpfende Mittel (Alkohol, Barbiturate, Opiate, Sedativa, Anästhetika): theoretische Möglichkeit einer additiven oder potenzierenden Wirkung. Oral angewendete Calcium-Kanal-Blocker, beta-adrenerge blockierende Substanzen, Antiarrhythmika (einschl. Amiodaron), Digitalisglykoside, Parasympathomimetika oder Guanethidin: additive Wirkung mit Blutdruckabfall und/oder ausgeprägter Bradykardie. Systemisch angewandte blutdrucksenkende Arzneimittel: sehr selten Blutdruckabfall. Adrenalin (Epinephrin): gelegentlich Mydriasis. Antidiabetika: Verstärkung der blutzuckersenkenden Wirkung; Maskierung der Hypoglykämie-Symptome. Clonidin: hypertensive Reaktion auf ein plötzliches Absetzen kann verstärkt werden. CYP2D6-Hemmer (z. B. Quinidin, Fluoxetin, Paroxetin) und Timolol: verstärkte systemische Betablockade (z. B. verlangsamter Puls, Depression). Anästhetika: Abschwächung einer kompensatorischen Tachykardie und erhöhtes Risiko einer Hypotonie möglich. Jodhaltige Kontrastmitteln oder Lidocain (i.v.): Vorsicht. Cimetidin, Hydralazin, Alkohol: können Plasmakonzentration von Timolol erhöhen. Arzneimittel, die den Abbau und die Aufnahme zirkulierender Amine beeinflussen können, wie z. B. Chlorpromazin, Methylphenidat und Reserpin; Erstanwendung (oder Dosierungsänderung) eines systemisch angewendeten Arzneimittels (unabhängig von der Darreichungsform), das Wechselwirkungen mit α-adrenergen Agonisten verursachen, oder deren Wirkung beeinflussen kann, wie z. B. Adrenorezeptor-Agonisten oder -Antagonisten (z. B. Isoprenalin, Prazosin): Vorsicht. Prostamide, Prostaglandine, Carboanhydrasehemmer, Pilocarpin: theoretische Möglichkeit eines additiven augeninnendrucksenkenden Effekts. MAO-Hemmer, Antidepressiva die die noradrenerge Neurotransmission beeinflussen (z. B. trizyklische Antidepressiva und Mianserin): kontraindiziert.

Schwangerschaft

Darf nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Gr 5. Neugeborene sind während der ersten Lebenstage sorgfältig auf u.a. Anzeichen und Symptome einer Betablockade (z. B. Bradykardie, Hypotonie, Atemnot und Hypoglykämie) zu überwachen, wenn Combigan angewendet wird.

Gr 5 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor.

Stillzeit

Soll nicht angewendet werden.

Nebenwirkungen

Sehr häufig: Hyperämie der Bindehaut, Augenbrennen. Häufig: brennendes Gefühl in den Augen, allergische Konjunktivitis, Hornhauterosion, Keratitis punctata superficialis, Augenjucken, konjunktivale Follikulose, Sehstörungen, Blepharitis, Epiphora, trockenes Auge, Absonderungen aus dem Auge, Augenschmerzen, Augenreizung, Fremdkörpergefühl; Depression; Schläfrigkeit, Kopfschmerzen; Bluthochdruck; Mundtrockenheit; Augenlidödem, Augenlidpruritus, Erythem des Augenlids; Schwächezustände. Gelegentlich: verminderte Sehschärfe, Bindehautödem, follikuläre Konjunktivitis, allergische Blepharitis, Konjunktivitis, Mouches volantes, Asthenopie, Photophobie, papilläre Hypertrophie, Augenlidschmerz, Bindehautblässe, Hornhautödem, Hornhautinfiltrate, Glaskörperablösung; Schwindel, Synkope; kongestives Herzversagen, Palpitationen; Rhinitis, Nasenschleimhaut trocken; Geschmacksveränderung, Übelkeit, Diarrhoe; allergische Kontaktdermatitis. Nicht bekannt: verschwommenes Sehen; Arrhythmie, Bradykardie, Tachykardie; niedriger Blutdruck; Erythem des Gesichts.

Zusätzliche NW, die unter einem der Wirkstoffe beobachtet wurden:

Brimonidin: Iritis, Iridozyklitis (Uveitis anterior), Miosis; Schlaflosigkeit; Beschwerden der oberen Atemwege, Dyspnoe; gastrointestinale Symptome; systemische allergische Reaktionen; Überempfindlichkeit, Hautreaktionen einschl. Erytheme, Gesichtsödeme, Pruritus (Juckreiz), Ausschlag und Vasodilatation.

Timolol: systemische allergische Reaktionen einschl. Angioödem, Urtikaria, lokaler und generalisierter Hautausschlag, Pruritus, anaphylaktische Reaktion; Hypoglykämie; Schlaflosigkeit; Albträume, Gedächtnisverlust, Halluzination; apoplektischer Insult, zerebrale Ischämie, Verstärkung der Anzeichen und Symptome einer Myasthenia gravis, Parästhesie; Keratitis, Aderhautablösung nach filtrierenden OPs, Konjunktivitis, zystoides Makulaödem, verminderte Empfindlichkeit der Hornhaut, Hornhauterosion, Ptosis, Diplopie, Pseudopemphigoid, Refraktionsveränderungen; Brustschmerzen, Ödem, AV-Block, Herzstillstand, Herzinsuffizienz; Raynaud-Phänomen, kalte Hände und Füße; Bronchospasmus (überwiegend bei Patienten mit vorbestehender bronchospastischer Erkrankung), Dyspnoe, Husten; Dyspepsie, Abdominalschmerzen, Erbrechen; Alopezie, psoriasisartiger Ausschlag oder Exazerbation einer Psoriasis, Hautausschlag; Myalgie; sexuelle Dysfunktion, verminderte Libido; Ermüdung.

Z 37 Phosphate (Ophthalmika)
Sehr selten wurden bei einigen Patienten mit stark geschädigter Hornhaut im Zusammenhang mit der Anwendung von phosphathaltigen Augentropfen Fälle von Kalkablagerungen in der Hornhaut berichtet.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP
5 ml N1 04536714
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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3×5 ml N2 00075156