Abilify Maintena® 300 mg/-400 mg Pulver und Lösungsmittel zur Herstellung einer Depot-Injektionssuspension

Rote Liste Eintrag

Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

verschreibungspflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Erhaltungstherapie von Schizophrenie bei erwachsenen Patienten, die stabil mit oralem Aripiprazol eingestellt wurden.

Dosierung

Vor Therapiebeginn Verträglichkeitsprüfung mit oralem Aripipazol. Zur ausschließlichen i.m. Injektion in den Gluteal- oder Deltamuskel. Anwendungshinweise Fachinformation beachten! Dosistitration nicht erforderlich. Verabreichung der Anfangsdosis in zwei Schemata möglich: Start mit einer Injektion: Am Tag des Behandlungsbeginns eine Injektion mit 400 mg. Fortsetzung mit 10-20 mg oralem Aripiprazol/Tag an 14 aufeinander folgenden Tagen. Oder Start mit zwei Injektionen: Am Tag des Behandlungsbeginns zwei separate Injektionen mit 400 mg an zwei verschiedenen Injektionsstellen zusammen mit einer Einzeldosis von 20 mg oralem Aripiprazol. Erhaltungsdosis: 400 mg/Monat als einmalige Injektion (nicht früher als 26 Tage nach der letzten Injektion). Dosisreduktion auf 300 mg bei Auftreten von Nebenwirkungen. Patienten mit bekannter langsamer CYP2D6-Metabolisierung: Start mit einer Injektion: Anfangsdosis: 300 mg. Fortsetzung mit verordnetem oralem Aripiprazol/Tag an 14 aufeinander folgenden Tagen. Erhaltungsdosis: 300 mg/Monat. Oder Start mit zwei Injektionen: Anfangsdosis aus 2 separaten Injektionen mit 300 mg an unterschiedlichen Injektionsstellen zusammen mit einer Einzeldosis des zuvor verordnetem oralem Aripiprazol. Erhaltungsdosis: 300 mg/Monat. Patienten mit bekannter langsamer CYP2D6-Metabolisierung, die gleichzeitig einen starken CYP3A4-Inhibitor anwenden: Start mit einer Injektion: Anfangsdosis auf 200 mg reduzieren und danach Fortsetzung der Behandlung mit verordnetem oralem Aripiprazol/Tag an 14 aufeinander folgenden Tagen. Der Start mit zwei Injektionen darf nicht erfolgen! Anpassung der Erhaltungsdosis bei gleichzeitiger Einnahme von CYP2D6- und /oder CYP3A4-Inhibitoren und/oder CYP3A4-Induktoren für mehr als 14 Tage: Patienten, die Abilify Maintena 400 mg erhalten: 300 mg (CYP2D6- oder CYP3A4), 200 mg (CYP2D6- und CYP3A4-Inhibitoren), Anwendung vermeiden (CYP3A4 Induktoren); Patienten, die Abilify Maintena 300 mg erhalten: 200 mg (CYP2D6- oder CYP3A4), 160 mg (CYP2D6- und CYP3A4-Inhibitoren), Anwendung vermeiden (CYP3A4 Induktoren). 200 mg und 160 mg Dosisanpassung nur durch Abilify Maintena Pulver und Lösungsmittel zu erreichen. Dosisanpassung und Maßnahmen bei versäumten Dosen: 2. oder 3. Dosis versäumt und Zeitraum seit letzter Injektion >4 Wo. und <5 Wo.: Injektion so bald wie möglich, danach monatlicher Injektionsplan; Zeitraum seit letzter Injektion >5 Wo.: Begleitend zur nächsten Injektion Gabe von oralem Aripiprazol für 14 Tage oder gleichzeitige Verabreichung von zwei separaten Injektionen zusammen mit einer Einzeldosis von 20 mg oralem Aripiprazol, danach nach monatlichem Injektionsplan. 4. oder nachfolgende Dosis versäumt und Zeitraum seit letzter Injektion >4 Wo. und <6 Wo.: Injektion so bald wie möglich, danach nach monatlichem Injektionsplan; Zeitraum seit letzter Injektion >6 Wo.: Begleitend zur nächst. Injektion Gabe von oralem Aripiprazol für 14 Tage oder gleichzeitige Verabreichung von zwei separaten Injektionen zusammen mit einer Einzeldosis von 20 mg oralem Aripiprazol, danach nach monatlichem Injektionsplan. Weitere wichtige Informationen siehe Fach- und Gebrauchsinformation.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Anwendungsbeschränkungen

Behandlung von akuten erregten oder hochgradig psychotischen Zuständen, wenn eine unmittelbare Symptomkontrolle erforderlich ist. Vorsicht bei Patienten mit bekannter kardiovaskulärer Erkrankung (Myokardinfarkt oder ischämische Herzerkrankung, Herzinsuffizienz, Überleitungsstörungen in der Anamnese), zerebrovaskulären Erkrankungen, Bedingungen, die für Hypotonie prädisponieren (Dehydratation, Hypovolämie und Behandlung mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln) oder Hypertonie (einschließlich hypertensiver Krise oder maligner Hypertonie). Patienten mit einer QT-Verlängerung in der Familienanamnese. Patienten mit Krampfanfällen in der Anamnese oder mit Zuständen, die mit Krampfanfällen im Zusammenhang stehen. Patienten mit einem Risiko für Aspirationspneumonie. Schizophrenie bei Patienten ab 65 Jahren (Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen). Bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz vorsichtige Dosierung mit einer oralen Darreichungsform. Patienten mit Risiko für venöse Thromboembolie. Kinder und Jugendliche im Alter von 0-17 Jahren (Sicherheit und Wirksamkeit nicht erwiesen).

Warnhinweis

Therapieabbruch bei Auftreten von malignem neuroleptischem Syndrom; Dosisreduktion oder Therapieabbruch bei Auftreten von tardiven Dyskinesien, Spielsucht-Störung und anderen Störungen der Impulskontrolle (engmaschige Überwachung!). Bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse (1,3% vs. 0,6% bei Placebo) und erhöhte Mortalität (3,5% vs. 1,7% bei Placebo). Beobachtung bei Anzeichen einer Hyperglykämie, Monitoring bei Diabetes mellitus, oder mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus. Enge Überwachung bei Patienten mit hohem Risiko für Suizidalität. Sturzrisiko durch Somnolenz, lageabhängige Hypotonie, motorische und sensorische Instabilität erhöht (Vorsicht und ggf. niedrigere Anfangsdosis, insbes. bei älteren oder geschwächten Patienten!).

Hinweis

Reaktionsvermögen! Aripiprazol hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wegen möglicher Wirkungen auf das Nervensystem und die Sehfähigkeit wie Sedierung, Benommenheit, Synkopen, verschwommenes Sehen, Diplopie.
Z 35 Natriumverbindungen
Parenterale und orale Anwendung <1 mmol/Dosis: Enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro [Dosiereinheit], d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

Wirkungsverstärkung bestimmter antihypertensiver Arzneimittel Aufgrund seines α1-adrenergen Rezeptorantagonismus. Aufgrund der primären Wirkung von Aripiprazol auf das Zentralnervensystem (ZNS) ist Vorsicht geboten, wenn Aripiprazol in Kombination mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Arzneimitteln mit sich überlagernden unerwünschten Reaktionen wie Sedierung angewendet wird. Vorsicht bei Arzneimitteln, die QT-Verlängerung oder Störungen des Elektrolythaushalts verursachen, gleichzeitige Gabe von CYP2D6-Inhibitoren, wie Chinidin, Fluoxetin, Paroxetin, sowie CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol, Itraconazol und HIV-Proteasehemmer): Dosisreduktion, da Anstieg der Plasmakonzentration möglich. Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem) oder CYP2D6 (Escitalopram) können mäßigen Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen. Insbesondere bei gleichzeitiger Gabe von serotonergen Arzneimitteln, z. B. selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer/Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI/SNRI), oder solchen, die die Aripiprazol-Konzentration erhöhen, Anzeichen und Symptome eines Serotonin-Syndroms möglich. Gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon, Efavirenz, Nevirapin, Johanniskraut vermeiden, da Reduktion der Plasmakonzentration möglich.

Schwangerschaft

Sollte nicht angewendet werden, es sei denn, dies ist eindeutig erforderlich. Keine hinreichenden und kontrollierten Studien mit Aripiprazol bei Schwangeren. Berichte über kongenitale Anomalien, kausaler Zusammenhang mit Aripiprazol nicht nachgewiesen. Potenzielle Entwicklungstoxizität in Tierstudien nicht ausgeschlossen. Patientinnen darauf hinweisen, ihren Arzt zu benachrichtigen, wenn sie während der Behandlung schwanger werden oder eine Schwangerschaft planen. Langanhaltende Wirkung bedenken. Aripiprazol war bei erwachsenen Patienten bis zu 34 Wochen nach Anwendung einer Einzeldosis der Depot-Suspension im Plasma nachweisbar. Neugeborene, die während des 3. Trimenons Antipsychotika (einschließlich Aripiprazol) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschließlich extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können. Berichte über Agitiertheit, erhöhter oder erniedrigter Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot, Störungen bei der Nahrungsaufnahme, daher Neugeborene sorgfältig überwachen.

Stillzeit

Aripiprazol/Metabolite werden in die Muttermilch in solchen Mengen ausgeschieden, dass Auswirkungen auf das gestillte Kind wahrscheinlich sind. Da nach einer Einzeldosis Abilify Maintena erwartet wird, dass es bis zu 34 Wochen im Plasma verbleibt, kann ein Risiko für gestillte Säuglinge auch dann bestehen, wenn die Gabe von Abilify Maintena lange vor dem Stillen stattgefunden hat. Patientinnen, die derzeit mit Abilify Maintena behandelt werden oder in den vergangenen 34 Wochen damit behandelt wurden, sollten nicht stillen.

Nebenwirkungen

Häufig: Gewicht erhöht oder erniedrigt, Diabetes mellitus; Agitiertheit, Angst, Unruhe, Schlaflosigkeit; extrapyramidale Erkrankung, Akathisie, Tremor, Dyskinesie, Sedierung, Somnolenz, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen; Mundtrockenheit; muskuloskelettale Steifigkeit; Erektionsstörung; Schmerzen an der Injektionsstelle (Auftreten häufiger bei Injektion in Delta- im Vergleich zu Glutealmuskel), Verhärtung an der Injektionsstelle, Ermüdung; Kreatinphosphokinase im Blut erhöht. Gelegentlich: Neutropenie, Anämie, Thrombozytopenie, erniedrigte Neutrophilen- und Leukozytenzahl; Überempfindlichkeit; Prolaktin im Blut erniedrigt, Hyperprolaktinämie; Hyperglykämie, Hypercholesterinämie, Hyperinsulinämie, Hyperlipidämie, Hypertriglyceridämie, Appetitstörung; Suizidgedanken, Psychose, Halluzination, Wahn, Hypersexualität, Panikreaktion, Depression, Affektlabilität, Apathie, Dysphorie, Schlafstörung, Zähneknirschen, verminderte Libido, Stimmungsänderung; Dystonie, tardive Dyskinesie, Parkinsonismus, Bewegungsstörung, psychomotorische Hyperaktivität, Syndrom der ruhelosen Beine, Negro-Zeichen, Hypertonie, Bradykinesie, Sabbern, Geschmacksstörung, Parosmie; Blickkrampf, verschwommenes Sehen, Augenschmerzen, Diplopie, Photophobie; ventrikuläre Extrasystolen, Bradykardie, Tachykardie, EKG-T-Wellen-Amplitude erniedrigt, EKG anomal, EKG-Umkehrung der T-Welle; Hypertonie, Orthostasesyndrom, Blutdruck erhöht; Husten, Schluckauf; gastroösophageale Refluxkrankheit, Dyspepsie, Erbrechen, Diarrhoe, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, abdominale Beschwerden, Obstipation, häufiger Stuhlgang, Hypersalivation; anomaler Leberfunktionstest, erhöhtes Leberenzym, erhöhte Alaninaminotransferase, erhöhte Gammaglutamyltransferase, erhöhtes Bilirubin im Blut, erhöhte Aspartataminotransferase; Alopezie, Akne, Rosazea, Ekzem, Hautinduration; Muskelrigidität, Muskelspasmen, Muskelzucken, Muskelspannung, Myalgie, Schmerz in einer Extremität, Arthralgie, Rückenschmerzen, eingeschränkte Gelenkbeweglichkeit, Nackenrigidität, Trismus; Nephrolithiasis, Glykosurie; Galaktorrhoe, Gynäkomastie, Brust schmerzempfindlich, vulvovaginale Trockenheit; Fieber, Asthenie, Gangstörung, Brustkorbbeschwerden, Reaktion an der Injektionsstelle (Auftreten häufiger bei Injektion in Delta- im Vergleich zum Glutealmuskel), Erythem an der Injektionsstelle, Schwellung an der Injektionsstelle, Beschwerden an der Injektionsstelle, Injektionsstelle juckend, Durst, Trägheit; Glukose im Blut erhöht oder erniedrigt, glykosyliertes Hämoglobin erhöht, Taillenumfang vergrößert, Cholesterin im Blut erniedrigt, Triglyzeride im Blut erniedrigt. Häufigkeit nicht bekannt: Leukopenie; allergische Reaktion (z. B. anaphylaktische Reaktion, Angioödem einschließlich geschwollener Zunge, Zungen-, Gesichtsödeme, Pruritus oder Urtikaria); diabetisches hyperosmolares Koma, diabetische Ketoazidose; Anorexie, Hyponatriämie; vollendeter Suizid, Suizidversuch, Spielsucht-Störung, Störungen der Impulskontrolle, Essattacken, zwanghaftes Kaufverhalten, Poriomanie, Nervosität, Aggression; malignes neuroleptisches Syndrom, Grand-mal-Anfall, Serotoninsyndrom, Sprachstörung; unerwarteter unerklärlicher Tod, Herzstillstand, Torsades de Pointes, ventrikuläre Arrhythmien, QT-Verlängerung; Synkope, venöse Thromboembolie (einschließlich Lungenembolie und tiefer Venenthrombose); Oropharyngealspasmus, Laryngospasmus, Aspirationspneumonie; Pankreatitis, Dysphagie; Leberversagen, Ikterus, Hepatitis, alkalische Phosphatase erhöht; Ausschlag, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Hyperhidrosis, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS); Rhabdomyolyse; Harnretention, Harninkontinenz; Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen; Priapismus; Störung der Temperaturregulation (z. B. Hypothermie, Fieber), Brustkorbschmerz, peripheres Ödem; Fluktuation des Blutzuckers. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Intoxikation

Bei Überdosierung supportive Maßnahmen wie Freihaltung der Atemwege, Sauerstoffversorgung und Beatmung, sowie symptomatische Behandlung, sofortige Überwachung der kardiovaskulären Funktionen.

Lagerungshinweise

Nicht einfrieren. Fertigspritze im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP KAEP
1 Durchstechfl. 300 mg Pulver + 1 Durchstechfl. Lsgm. + 3 ml-Luer-Lock-Spritze m. Kanüle m. Schutz + 3 ml-Einwegspr. m. Luer-Lock-Spitze + Durchstechflaschenadapter + 3 Sicherheitskan. (25, 38, 51 mm) N1 10048108
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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3×[1 Durchstechfl. 300 mg Pulver + 1 Durchstechfl. Lsgm. + 3 ml-Luer-Lock-Spritze m. Kanüle m. Schutz + 3 ml-Einwegspr. m. Luer-Lock-Spitze + Durchstechflaschenadapter + 3 Sicherheitskan. (25, 38, 51 mm)] 10048120
1 Durchstechfl. 400 mg Pulver + 1 Durchstechfl. Lsgm. + 3 ml-Luer-Lock-Spritze m. Kanüle m. Schutz + 3 ml-Einwegspr. m. Luer-Lock-Spitze + Durchstechflaschenadapter + 3 Sicherheitskan. (25, 38, 51 mm) N1 10048143
3×[1 Durchstechfl. 400 mg Pulver + 1 Durchstechfl. Lsgm. + 3 ml-Luer-Lock- Spritze m. Kanüle m. Schutz + 3 ml-Einwegspr. m. Luer-Lock-Spitze + Durchstechflaschenadapter + 3 Sicherheitskan. (25, 38, 51 mm)] KP 10048172