Basisinformationen

ATC

Abgabebestimmungen

rezeptpflichtig

Produkttyp

Arzneimittel

Produkteigenschaft

Chemisch

Zusammensetzung

Anwendungsgebiete

Lösung/Tabletten/Schmelztabletten: Behandlung der Schizophrenie bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 15 Jahren, Behandlung von mäßigen bis schweren manischen Episoden der Bipolar-I-Störung und für die Prävention einer neuen manischen Episode bei Erwachsenen, die überwiegend manische Episoden hatten und deren manische Episoden auf die Behandlung mit Aripiprazol ansprachen. Bis zu 12 Wo. dauernde Behandlung mäßiger bis schwerer manischer Episoden der Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahren. Injektionslösung: Schnelle Kontrolle von Agitiertheit und Verhaltensstörungen bei erwachsenen Patienten mit Schizophrenie oder mit manischen Episoden der Bipolar-I-Störung, wenn eine orale Therapie nicht angebracht ist. Sobald es klinisch angebracht ist, sollte die Behandlung mit Aripiprazol-Injektionslösung beendet und mit der oralen Anwendung von Aripiprazol begonnen werden.

Dosierung

Tabletten/Schmelztabletten/Lösung: Schizophrenie: Erwachsene: Anfangsdosis 10 mg/Tag oder 15 mg/Tag, Erhaltungsdosis 15 mg/Tag, Dosierungsbereich: 10-30 mg/Tag, max. 30 mg/Tag. Jugendliche (ab 15 Jahren): Tag 1-2: 2 mg/Tag, Tag 3-4: 5 mg/Tag, ab Tag 5: Erhaltungsdosis 10 mg/Tag, Dosierungsbereich: 10-30 mg/Tag, max. 30 mg/Tag. Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung: Erwachsene: Anfangs- und Erhaltungsdosis 15 mg/Tag, Dosierungsbereich: 15-30 mg/Tag. 10-30 mg/Tag adjunktiv zu Lithium oder Valproat bei akuten manischen oder gemischten Episoden einer Bipolar-I-Störung. Jugendliche (ab 13 Jahren): Tag 1-2: 2 mg/Tag, Tag 3-4: 5 mg/Tag. Erhaltungsdosis: 10 mg/Tag max. 12 Wo., max. 30 mg/Tag. Dosen über 10 mg/Tag nur in Ausnahmefällen unter strenger Kontrolle. Zur Prävention des Wiederauftretens manischer Episoden bei erwachsenen Patienten, die bereits Aripiprazol als Mono- oder Kombinationstherapie erhalten haben, soll die Therapie mit der gleichen Dosis fortgesetzt werden. Eine Anpassung der Tagesdosis, einschl. einer Dosisreduzierung, sollte auf Basis des klinischen Status in Betracht gezogen werden. Injektionslösung: Erwachsene: empfohlene Anfangsdosis 9,75 mg (1,3 ml) als 1-malige i.m. Injektion. Abhängig vom individuellen klinischen Status kann eine 2. Injektion 2 Std. nach der 1. Injektion gegeben werden. Nicht mehr als 3 Injektionen innerhalb 24 Std. Weitere wichtige Hinweise siehe Fach- und Gebrauchsinfo.

Weitere Angaben zur Dosierung siehe Fachinformation

Gegenanzeigen

Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile.

Anwendungsbeschränkungen

Kinder und Jugendliche <15 Jahren mit Schizophrenie. Kinder <13 Jahren mit manischen Episoden der Bipolar-I-Störung. Ältere Patienten ab 65 Jahren (keine Erfahrungen). Vorsichtige Dosierung bei Patienten mit schwerer Leberinsuffizienz; Krampfanfälle in der Anamnese oder bei Zuständen, die mit Krampfanfällen in Zusammenhang stehen. Kardio-, zerebrovaskuläre Erkrankungen und Bedingungen für Hypo- oder Hypertonie. Patienten, bei denen in der Familienanamnese QT-Verlängung auftrat. Patienten mit Risiko für Aspirationspneumonie und venöse Thromboembolie. Patienten mit ADHS-Komorbidität und gleichzeitiger Einnahme von Stimulantien. Weitere Informationen siehe Fachinformation.
Z 25 Kohlenhydrate (Fructose, Galactose, Glucose, Honig, Invertzucker, Sucrose (Saccharose)) a, e (Lösung)
a Fructose: Orale und parenterale Anwendung (außer i.v.) und ≥5 mg/kg/Tag: Hereditäre Fructose-Intoleranz. Intravenöse Anwendung: Hereditäre Fructoseintoleranz es sei denn, es ist zwingend erforderlich.
e Sucrose (Saccharose): Orale Anwendung: Hereditäre Fructose-Intoleranz, Glucose-Galactose-Malabsorption, Sucrase-Isomaltase-Mangel
Z 30 Lactose (Tabletten/Schmelztabletten)
Orale Anwendung: Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht einnehmen.

Warnhinweis

Therapieabbruch beim Auftreten von malignem neuroleptischem Syndrom; Dosisreduktion oder Therapieabbruch beim Auftreten von Spätdyskinesien, pathologische Spielsucht und anderen Störungen der Impulskontrolle (engmaschige Überwachung!). Dosisreduktion und engmaschige Kontrolle bei Auftreten von extrapyramidalen Störungen (pädiatrische Patienten: Akathisie und parkinsonähnliche Symptome). Bei älteren Patienten mit Demenz-assoziierter Psychose unerwünschte zerebrovaskuläre Ereignisse (1,3% vs. 0,6% bei Placebo) und erhöhte Mortalität (3,5% vs. 1,7% bei Placebo). Beobachtung bei Anzeichen einer Hyperglykämie, Monitoring bei Diabetes mellitus oder mit Risikofaktoren für Diabetes mellitus, Gewichtszunahme bei Jugendlichen mit bipolaren Manien. Dosisreduktion bei signifikanter Gewichtszunahme. Enge Überwachung bei Patienten mit hohem Risiko für Suizidalität. Motilitätsstörung der Speiseröhre und Aspiration sind mit ABILIFY assoziiert worden. Bei parenteraler Therapie von Aripiprazol-Injektionslösung zusammen mit Benzodiazepinen, Patienten hinsichtlich extremer Sedierung oder orthostatischer Hypotonie kontrollieren. Sturzrisiko erhöht durch mögliches Auftreten von Somnolenz, lageabhängiger Hypotonie, motorischer und sensorischer Instabilität (Vorsicht und ggf. niedrigere Anfangsdosis, insbes. bei älteren oder geschwächten Patienten!).
Z 2 Aspartam, Phenylalanin a (Schmelztabletten)
a Orale Anwendung: Enthält Aspartam als Quelle für Phenylalanin und kann schädlich sein für Patienten mit Phenylketonurie.
Z 25 Kohlenhydrate (Fructose, Galactose, Glucose, Honig, Invertzucker, Sucrose (Saccharose)) a (Lösung)
a Fructose, Glucose, Invertzucker, Honig, Sucrose (Saccharose): Flüssige Zubereitungen zur Einnahme, Lutsch- und Kautabletten (Anwendung ≥2 Wochen): Kann schädlich für die Zähne sein (Karies).

Hinweis

Reaktionsvermögen! Aripiprazol hat einen geringen oder mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen wegen möglicher Wirkungen auf das Nervensystem und die Sehfähigkeit wie Sedierung, Benommenheit, Synkopen, verschwommenes Sehen, Diplopie.
Z 35 Natriumverbindungen (Lösung/Injektionslösung/Schmelztabletten)
Parenterale und orale Anwendung <1 mmol/Dosis: Enthält weniger als 1 mmol (23 mg) Natrium pro [Dosiereinheit], d.h., es ist nahezu „natriumfrei“.

Wechselwirkungen

Wirkungsverstärkung bestimmter antihypertensiver Arzneimittel aufgrund seines α1-adrenergen Rezeptorantagonismus. Vorsicht bei Kombination von Aripiprazol mit Alkohol oder anderen zentral wirksamen Arzneimitteln, Überlagerung von unerwünschten Reaktionen wie Sedierung. Gleichzeitige Gabe von CYP2D6-Inhibitoren, wie Chinidin, Fluoxetin, Paroxetin, sowie CYP3A4-Inhibitoren (Ketoconazol, Itraconazol und HIV-Proteasehemmer): Verringerung auf die Hälfte der verschriebenen Dosis, da Anstieg der Plasmakonzentration möglich. Gleichzeitige Gabe von CYP3A4-Induktoren wie Carbamazepin, Rifampicin, Rifabutin, Phenytoin, Phenobarbital, Primidon, Efavirenz, Nevirapin, Johanniskraut: Verdoppelung der verschriebenen Dosis, da Reduktion der Plasmakonzentration möglich. Vorsicht bei Arzneimitteln, die QT-Verlängung oder Störungen des Elektrolythaushalts verursachen. Schwache Inhibitoren von CYP3A4 (Diltiazem) oder CYP2D6 (Escitalopram) können mäßigen Anstieg der Aripiprazol-Konzentration verursachen. Insbes. bei gleichzeitiger Gabe von serotonergen Arzneimitteln wie SSRI/SNRI oder solchen, die die Aripiprazol-Konzentration erhöhen, Anzeichen und Symptome eines Serotonin-Syndroms möglich. Weitere Informationen siehe Fachinformation.

Schwangerschaft

Strenge Ind.-stellung Gr 6. Keine hinreichenden und kontrollierten Studien mit Aripiprazol bei schwangeren Frauen. Berichte über kongenitale Anomalien, kausaler Zusammenhang mit Aripiprazol nicht nachgewiesen. Potenzielle Entwicklungstoxizität in Tierstudien nicht ausgeschlossen. Aufgrund unzureichender Datenlage zur Sicherheit beim Menschen und aufgrund von Reproduktionsstudien beim Tier ABILIFY in der Schwangerschaft nicht anwenden, es sei denn, der mögliche Nutzen rechtfertigt eindeutig das potenzielle Risiko für den Fötus. Neugeborene, die während des 3. Trimenons der Schwangerschaft Antipsychotika (einschl. Aripiprazol) exponiert sind, sind durch Nebenwirkungen einschl. extrapyramidaler Symptome und/oder Absetzerscheinungen gefährdet, deren Schwere und Dauer nach der Entbindung variieren können. Agitiertheit, erhöhter oder erniedrigter Muskeltonus, Tremor, Somnolenz, Atemnot, Störungen bei der Nahrungsaufnahme. Neugeborene sorgfältig überwachen.
Gr 6 Ausreichende Erfahrungen über die Anwendung beim Menschen liegen nicht vor. Der Tierversuch erbrachte Hinweise auf embryotoxische/teratogene Wirkungen.

Stillzeit

Nicht stillen La 1.
La 1 Es ist nicht bekannt, ob die Substanz in die Milch übergeht.

Nebenwirkungen

Erwachsene: Häufig: Diabetes mellitus; Schlaflosigkeit, Angst, Unruhe; Akathisie, extrapyramidale Erkrankung, Tremor, Kopfschmerz, Sedierung, Somnolenz, Schwindelgefühl; verschwommenes Sehen; Obstipation, Dyspepsie, Übelkeit, Hypersalivation, Erbrechen; Ermüdung. Gelegentlich: Hyperprolaktinämie, Prolaktin im Blut erniedrigt; Hyperglykämie; Depression, Hypersexualität; tardive Dyskinesie, Dystonie, Syndrom der ruhelosen Beine; Doppeltsehen, Photophobie; Tachykardie, Orthostasesyndrom; Schluckauf; zusätzlich für Injektionslösung: Mundtrockenheit, diastolischer Blutdruck erhöht. Häufigkeit nicht bekannt: Leukopenie, Neutropenie, Thrombozytopenie; allergische Reaktion (z. B. anaphylaktische Reaktion, Angioödem einschl. geschwollene Zunge, Zungen-/Gesichtsödem, allergischer Pruritus oder Urtikaria); diabetisches hyperosmolares Koma, diabetische Ketoazidose; Hyponatriämie, Anorexie; Suizidversuch, Suizidgedanken und begangener Suizid, pathologisches Spielen, Störung der Impulskontrolle, Essattacke, zwanghaftes Kaufverhalten, Poriomanie, Aggression, Agitiertheit, Nervosität; MNS, Grand-mal-Anfall, Serotoninsyndrom, Sprechstörung; Blickkrampf; plötzlicher Tod unbekannter Ursache, Torsades de Pointes, ventrikuläre Arrhythmie, Herzstillstand, Bradykardie; venöse Thromboembolie (einschl. Lungenembolie und tiefer Beinvenenthrombose), Hypertonie, Synkope; Aspirationspneumonie, Laryngo-/Oropharyngealspasmus; Pankreatitis, Dysphagie, Diarrhoe, abdominale Beschwerden, Magenbeschwerden; Leberversagen, Hepatitis, Ikterus; Ausschlag, Lichtempfindlichkeitsreaktion, Alopezie, Hyperhidrosis, Arzneimittelwirkung mit Eosinophilie und systemischen Symptomen (DRESS); Rhabdomyolyse, Myalgie, Steifheit; Harninkontinenz, Harnretention; Arzneimittelentzugssyndrom des Neugeborenen; Priapismus; Störung der Temperaturregulation (z. B. Hypothermie, Fieber), Brustkorbschmerz, peripheres Ödem; Gewicht erniedrigt oder erhöht, erhöhte Enzymwerte (ALT, AST, GGT, alkalische Phospatase), QT verlängert, Glukose im Blut erhöht, glykosyliertes Hämoglobin erhöht, Fluktuation des Blutzuckers, Kreatinphosphokinase erhöht. Pädiatrische Patienten: Vgl. Erwachsene; Ausnahme: Schizophrenie bei Jugendlichen ab 15 Jahren: Sehr häufig: Schläfrigkeit/Sedierung, extrapyramidale Störung, niedrige Serum-Prolaktinspiegel. Häufig: Trockenheitsgefühl im Mund, erhöhter Appetit, Blutdruckabfall, Gewichtsabnahme, erhöhtes Insulin im Blut, Arrhythmie, Leukopenie. Manische Episoden bei Bipolar-I-Störung bei Jugendlichen ab 13 Jahren: Sehr häufig: Somnolenz, extrapyramidale Störung (dosisabhängig), Akathisie (dosisabhängig), niedrige Serum-Prolaktin-Spiegel, Ermüdung; Häufig: Oberbauchschmerzen, erhöhte Herzfrequenz, Gewichtszunahme, Appetitsteigerung, Muskelzucken, Dyskinesie. Weitere Informationen siehe Fachinformation.
Z 36 Parahydroxybenzoesäure und deren Ester a (Lösung)
a Oralia, Ophthalmika, Topika, Parenteralia, Inhalativa: Überempfindlichkeitsreaktionen, auch Spätreaktionen

Intoxikation

Bei Überdosierung supportive Maßnahmen wie Freihaltung der Atemwege, Sauerstoffversorgung und Beatmung, sowie symptomatische Behandlung, sofortige Überwachung der kardiovaskulären Funktionen. Gabe von Aktivkohle.

Lagerungshinweise

Tabletten/Schmelztabletten: In der Originalverpackung aufbewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen. Injektionslösung: Durchstechflasche im Umkarton aufbewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen. Aufbewahrungsbedingungen nach Anbruch des Arzneimittels siehe Fachinformation.

Packungsangaben

PZN AVP (EB)/FB AVP/UVP KAEP
28 Schmelztbl. 10 mg KP 04606722
Preisangaben sind nur für Fachkreise verfügbar.
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49 Schmelztbl. 10 mg N2 04606739
28 Schmelztbl. 15 mg KP 04606745
49 Schmelztbl. 15 mg N2 04606834